Einen Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) halten mehrere Landkreise in Nordostbayern zwar für vorteilhaft und wünschenswert, haben diesen aber bislang als finanziell nicht machbar abgelehnt.
Nachdem Ministerpräsident Markus Söder in seiner Regierungserklärung dargelegt hatte, dass er einen einheitlichen Tarif für den öffentlichen Nahverkehr, ein bayernweites Ticket sowie harmonisierende Verbundstrukturen schaffen will, sind die Landräte aus Kulmbach, Hof, Kronach und Wunsiedel sowie die Oberbürgermeister aus Kulmbach und Hof aktiv geworden.
In einem Schreiben an Söder fordern sie "die Anbindung der Region Nordost-Oberfranken an die Metropolregion Nürnberg und ihre Integration in den Verkehrsverbund Großraum Nürnberg als Pilotprojekt für ganz Bayern und andere Verbundräume um die großen Metropolen und Regionalzentren" (wir berichteten).


Dieselinseln beseitigen

Der Freistaat, so die Idee der Kommunalpolitiker, könnte den Raum als Beispiel für die neuen und einheitlichen Verbundstrukturen in Bayern untersuchen und die vernetzte Mobilität
zwischen Metropole und Peripherie konkret umsetzen. Dabei sollten neue Finanzierungsinstrumente gefunden werden, "damit die bislang beitrittswilligen Aufgabenträger sich den Beitritt auch leisten können". Ziel müsse sein, die letzten Dieselinseln zu beseitigen und die ÖPNV- und SPNV-Versorgung im ländlichen Raum langfristig sicherzustellen.
Die Erklärung, die Landrat Klaus Peter Söllner den Mitgliedern des Wirtschaftsausschusses vorstellte, hat bereits Wirkung gezeigt.
Das neu für den ÖPNV zuständige Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr wolle aktuell über die Bezirksregierungen Details zu möglichen Verbundraumerweiterungen in Bayern wissen.
14 600 Euro schießt der Landkreis Kulmbach zum Leader-Projekt "Markgrafenkirchen erschließen" zu. 58 Markgrafenkirchen zwischen Hof und Neustadt/Waldnaab sollen vorgestellt werden. Das Kirchenprojekt, das der vormalige Bayreuther Dekan Hans Petz dem Gremium vorstellte, fasst insbesondere Kirchenbauten aus barocker Zeit oder mit barocken Elementen zusammen, die es auch in Franken gibt, nicht nur im südlichen Bayern.


Zwölf Kirchen im Kreis

Im Landkreis Kulmbach gibt es zwölf solcher Gotteshäuser, und zwar in Berndorf, Himmelkron, Mangersreuth, Melkendorf, Neudrossenfeld, Rugendorf, Thurnau, Trebgast, Untersteinach, Wirsberg, Wonsees und Presseck, wobei einige auch im Grundstil gotisch sind, aber Um- und Ausbauten aus jüngerer barocker Zeit haben.
Ob sich auch die Kulmbacher Spitalkirche an diesem Projekt beteiligt, ist noch nicht entschieden. Die Gotteshäuser werden zum Beispiel auf touristischen Routen aufgelistet, ihre Baugeschichten werden ausführlich beschrieben, auch digital.


Spezialitäten nachgefragt

Bis heute wurden 90 000 Exemplare der "kulinarischen Landkarte" für den Bereich der Metropolregion Nürnberg verteilt. Auf ihr sind die besonderen
Spezialitäten der jeweiligen Teilregionen verzeichnet. Zur Aktualisierung der Karte hat der Wirtschaftsausschuss nun einen Kostenbeitrag von 2500 Euro genehmigt.
Neu gestaltet wurde auch die Tourenkarte "Vom Biker für den Biker" im Kulmbacher Land, mit der auch sechs Touren für Motorradfahrer in der Region genau beschrieben und auf einer Karte eingezeichnet sind. Die 10 000 Exemplare stehen seit der 18. Motorrad-Sternfahrt im April zur Verfügung.