Andreas Lösch

Was waren das für Zeiten! Hilmar Hirt erinnert sich gerne daran. Der heute 82-Jährige war jahrzehntelang mit seiner "Mambo"-Band in der Region auf Tour, die fünf Musiker füllten die Tanzsäle und brachten Stimmung "in jede Hütte" von Würzburg bis in die Rhön, nach Bamberg, Coburg, Nürnberg und "bis rauf nach Tettau", erzählt er grinsend. Besonders oft trat die Band natürlich in Zeil auf, der Göllersaal war nämlich ihre Heimspielstätte.
Die "Mambos" begannen ihre Karriere bereits in den 50er Jahren, Hirt hat die Band damals mitgegründet. Vier Jahrzehnte (!) lang waren die Jungs angesagt auf Feiern und Festen in der Region, bis sie Ende der 80er etwas "vom Gas" gingen. Aber auch später traten sie noch auf, ihre großen und intensiven Jahre jedoch waren die "50er, 60er, 70er und 80er", sagt Hirt.
Gerade die 70er hatten es in sich: "Wir haben jedes Wochenende gespielt", erzählt er. Zwei, manchmal sogar drei Auftritte waren normal, geprobt wurde unter der Woche. Das hat viel Zeit gekostet, aber es brachte Spaß und Erfolg, wie Hirt sagt.
Weil die Musiker stets den Draht zum Publikum fanden, immer zu Späßen aufgelegt und mit voller Leidenschaft dabei waren, hatten sie keine Schwierigkeiten, vier Jahrzehnte lang die Tanzveranstaltungen in der Region zu prägen. Angekündigt wurden sie denn auch auf Plakaten schon mal mit "Die Mambos - Tanz mit den Königen unter den Stimmungskapellen". Oft traten sie auch gemeinsam mit anderen bekannten Musikern auf. So kamen etwa die Geschwister Leismann nach Zeil, auch der junge Peter Maffay gastierte 1972 im Göllersaal, wie Hilmar Hirt erzählt. Ein Bild mit Hirt und Maffay Arm in Arm zeugt davon, es hängt im Hirt'schen Wohnzimmer.


Spitzname für die Ewigkeit

Musik war und ist ein wichtiger Bestandteil in Hilmar Hirts Leben. "Mit zwölf habe ich das Schlagzeugspielen angefangen", erinnert er sich. Mit seinen zwei älteren Brüdern Edgar und Horst gründete er zunächst die "Kapelle Hirt". Später musizierte er als Duo mit Kurt Eisemann, Ende der 50er Jahre entstand dann auch der Name "Mambo-Band", weil viele Zuhörer den Mambo tanzen wollten. So legte man sich fest. Hirt hat diesen Namen gar als Spitznamen abgekriegt, in seiner Heimat wird er nur "Der Mambo" genannt. Anderswo setzte sich das nicht durch. "In Oberfranken war ich nicht der Mambo, sondern der Bambi. So haben mich die Mädels genannt", sagt Hirt und grinst wieder.