In Sachen Verkehrsverbund Großraum Nürnberg, kurz VGN genannt, sieht Landrat Klaus Peter Söllner (FW) nach Jahren des Wartens durchaus Licht am Horizont. Michael Beck hatte dem Kreisausausschuss in der Sitzung am Montagnachmittag einen umfassenden Bericht zu den überregionalen Initiativen und zur Förderung der Verbundraumerweiterung VGN sowie Information zum Vergabeverfahren im Regionalverkehr vorgelegt.

In Abstimmung mit dem bayerischen Verkehrsministerium, dem VGN sowie mit den VGN-Erweiterungskandidaten beteiligt sich der Landkreis an der vom Freistaat geförderten Grundlagenstudie zur Integration des Nahverkehrsraumes Kulmbach in den VGN. Dieser Beschluss erfolgte einstimmig. Beck verwies auf den Koalitionsvertrag zwischen CSU und FW, in dem das Thema ÖPNV zu einem zentralen Zukunftsthema für die Bewältigung des demografischen Wandels und die Erreichung der Umwelt- und Klimaschutzziele erklärt wurde.

Beck: "Der Landkreis Kulmbach hat sich in den letzten Jahren sowohl der Aufgabe ÖPNV als auch der Aufgabe Umwelt- und Klimaschutz gestellt und ist in den Bereichen in Bayern teilweise Vorreiter." So wurde in der Arbeitsgruppe ÖPNV und mithilfe externer Verkehrsplaner der Nahverkehrsplan 2018 vom Kreistag einstimmig verabschiedet. Und von 2015 bis 2017 hat sich der Landkreis als eine von drei Pilotregionen in Deutschland an einem Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes beteiligt. Ebenso hat sich der Kreis mit zahlreichen anderen Akteuren aus Oberfranken in überregionale Initiativen in Oberfranken eingebracht.

Studie wird gefördert

Beck nannte dazu eine Reihe von Positionspapieren, wie die "Nordost-Oberfranken-Erklärung" zur Integration in den VGN und das Positionspapier des Bezirksverbandes Oberfranken des Landkreistages zur Beseitigung von Verkehrseinschränkungen auf der Oberfranken-Achse durch den Einsatz von Brennstoffzellentechnik oder Batteriezügen. Er verwies noch auf die Bemühungen von Landrat Söllner, vom neuen bayerischen Verkehrsminister Hans Reichhart einen Termin in der Landeshauptstadt zu bekommen, bei dem auch die Nahverkehrsräume Hof, Kronach, Wunsiedel und Coburg beteiligt waren. Wichtigstes Ergebnis war die Zusage Reichardts, dass die Grundlagenstudie zur Verbundraumerweiterung vom Verkehrsministerium gefördert werden könne.

Während es für SPD-Kreisrat Hermann Anselstetter "höchste Eisenbahn" ist, dass sich beim VGN was tut, und er eine terminliche Rahmenplanung forderte, beurteilte OB und CSU-Kreisrat Henry Schramm den VGN-Beitritt als eine Herkulesaufgabe für den Landkreis Kulmbach und er hielt es für falsch, dafür eine Zeitschiene festzulegen. Kreisrat Anselstetter: "Wir warten schon lange darauf, dass sich was tut. Jetzt ist es an der Zeit, dass man aus dem Prinzip Hoffnung eine realistische Grundlage macht." Der VGN ist nach den Worten Anselstetters für den ländlichen Raum ein ungemein wichtiges Projekt und er hielt es für wichtig, den Mut zu haben, eine terminliche Rahmenplanung aufzustellen: "Die Bevölkerung will doch wissen, wie es weitergeht!"

OB Schramm würdigte ebenso wie FDP-Kreisrat Veit Pöhlmann das Engagement von Beck am Landratsamt, der die Verbundraumerweiterung für den VGN auf den Weg gebracht hat. Söllner betonte, dass sich Reichhart sehr intensiv und auch sehr konsequent mit der Umsetzung des Nahverkehrsplanes beschäftigt hat. Als Deadline für den VGN-Beitritt stehe das Jahr 2023 im Raum und wenn das klappt, wäre Söllner sehr zufrieden: "Es ist eine sehr positive Geschichte, es wurden in unserem Sinne Weichen gestellt."

WLAN in den Bussen

Landrat Klaus Peter Söllner wurde außerdem ermächtigt, den Unterstützungsvertrag für den Aufbau von BayernWLAN im Öffentlichen Personennahverkehr mit dem Freistaat zu unterzeichnen. Für jeden Landkreis werden damit für maximal 30 Busse die Installationskosten von bis zu 2000 Euro je Bus vom Freistaat übernommen. Das Kontingent und die Förderung von maximal 30 Bussen im Landkreis Kulmbach kann allen Verkehrsunternehmen im Linienverkehr im Landkreis angeboten werden, die sich zur Übernahme der monatlichen Betriebskosten in Höhe von 29,80 Euro verpflichten.