Lampenfieber hatten sicher alle Absolventinnen bei der Abschlussprüfung der Floristen. Nicht nur, dass in einer vorgegebenen Zeit vier praktische Prüfungsarbeiten kreiert werden mussten, auch waren im Vorfeld Skizzen des Blumenschmucks zu erstellen, mussten Kalkulationen erfolgen und Beratungsgespräche durchgeführt werden. Letztendlich mussten alle Arbeiten auch den kritischen Blicken des fünfköpfigen Prüfungsausschusses der IHK für Oberfranken Bayreuth standhalten.
Zu den erfolgreichen Absolventinnen zählen Daniela Dütsch und Jacqueline Großpietsch, die beide ihre Ausbildung bei CK-ideal in Priesendorf absolviert haben, sowie Janine Otte, die bei Veronika Baldauf Floristik in Memmelsdorf gelernt hat.
Insgesamt 2752 Azubis in 162 Berufen legen in diesen Wochen ihre Abschlussprüfung bei der IHK für Oberfranken Bayreuth ab. Das Spektrum reicht dabei vom Anlagenmechaniker und Automobilkaufmann bis zum Zerspanungsmechaniker.


Ein Blumenmeer

Ihre praktische Prüfung haben in diesen Tagen auch zehn Floristinnen abgelegt und dabei die Bayreuther Schlossgaststätte Eremitage in ein Blumenmeer verwandelt. Ein Blumenmeer, das mit seinen unterschiedlichen Gestaltungen imponierte. Es waren nicht nur gebundene Sträuße zu erstellen, sondern auch gesteckte Gefäßfüllungen und gepflanzte Werkstücke. "Für diese drei Aufgaben hatten die Prüflinge jeweils 30 bzw. 40 Minuten Zeit", erläutert Torsten Schmidt als stellvertretender Leiter des Bereichs Berufliche Bildung zusammen mit Claudia Pauli vom Prüfungswesen kaufmännische Berufsausbildung der IHK für Oberfranken Bayreuth vor Ort.
Wesentlich aufwändiger war die sogenannte Komplexe Prüfungsaufgabe, für deren Bewältigung die angehenden Floristinnen 90 Minuten Zeit hatten. Zu erstellen war hier wahlweise ein Hochzeits-, Trauer-, Raum- oder Tischschmuck. "Hier werden die Prüflinge am meisten gefordert", erläutert Elke Hofmann, Vorsitzende des IHK-Prüfungsausschusses Floristen. "Zu dieser Aufgabe gehören nicht nur das Binden und Stecken, sondern im Vorfeld auch ein kundenorientiertes Beratungsgespräch, eine detaillierte Kostenkalkulation und Materialplanung sowie eine Skizze des Schmucks. Also Aufgaben, die den Absolventinnen in ihrem künftigen Berufsleben noch oft begegnen werden."
Schmidt lobt ausdrücklich die Arbeit der Mitglieder des Prüfungsausschusses: "Unsere ehrenamtlichen Prüfer sind das Rückgrat des dualen Ausbildungssystems. Ohne sie wäre etwa eine Prüfung bei den Floristen nicht möglich." Die Arbeiten mit der Vor- und Nachbereitung waren so überzeugend, dass alle Teilnehmerinnen die Prüfung bestanden haben. Hoffentlich auch ein gutes Omen für die anderen 2742 Prüflinge in den 161 anderen Berufen. red