Zweimal im Jahr haben sich Kunden eines Kulmbacher Fitnessstudios Zuschüsse von der AOK holen können, weil der Betreiber des Studios ihnen wegen des Konkurrenzdrucks falsche Teilnahmebescheinigungen für Kurse ausgestellt hatte. So jedenfalls sieht es die Kulmbacher Richterin Sieglinde Tettmann, die dem Fitness-Studio einen Strafbefehl hat zukommen lassen.

Beihilfe zum Betrug

Das meldet Radio Plassenburg. Wegen Beihilfe zum Betrug in über 700 Fällen erhält er 8400 Euro Geldstrafe und eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung, beides hat der Studio-Inhaber offensichtlich akzeptiert.

Der Fall hatte im Jahr 2013 für einigen Wirbel in Kulmbach gesorgt. Unter anderem hatte es eine Hausdurchsuchung in dem Fitness-Studio gegeben.

Die AOK war darauf gestoßen, dass sie für zahlreiche Mitglieder des Fitnessstudios Kurse bezahlte, die diese gar nicht besuchten. Auch die Bayerische Rundschau hatte damals ausführlich über den Fall berichtet.

Abrechnungsbetrug von Ärzten oder Kliniken ist kein Kavaliersdelikt und kostet die gesetzlichen Krankenkassen pro Jahr viele Millionen Euro.

Bei der AOK gibt es sogar eine eigene Abteilung zur "Verfolgung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen".

Jährlich Millionenbeträge

Dem deutschen Gesundheitswesen gehen durch Abrechnungsbetrug oder Korruption jedes Jahr mehrstellige Millionenbeträge verloren.

Im aktuellen Fall dürften auch die Gerichtskosten eine beträchtliche Höhe erreichen.

Einige Kunden des Fitness-Studios haben bereits Strafbefehle wegen Betrugs erhalten. Einige Verfahren hingegen laufen dem Vernehmen nach immer noch. red