Die vom Schulverband Gößweinstein-Obertrubach und den Gemeinderäten von Gößweinstein und Obertrubach genehmigte neue Doppelturnhalle für die Grund- und Mittelschule in Gößweinstein wird teurer als ursprünglich geschätzt. Die neue Halle, nur für den Schulsport, sollte nach dieser ersten Kostenschätzung rund vier Millionen Euro kosten.

Nach der Vorstellung der ersten Planungsergebnisse durch die Architekten Tobias Back und Markus Maul während der Sitzung des Schulverbandsrats ist klar, dass der erste Kostenansatz nicht mehr einzuhalten ist. Den reinen Sporthallenneubau nur für den Schulsport schätzen die Experten des Planungsbüros BaurConsult auf rund 4,8 Millionen Euro. Also rund 800 000 Euro mehr als zunächst angenommen.

Gründe liegen auf der Hand

"Das ist die Zahl, an der wir uns jetzt messen müssen", betonte Back. Die Gründe, warum der Hallenbau teurer wird, liegen auf der Hand. Zum einen steigen die Preise im Bausektor deutlich, zum anderen wird die Sporthalle nun 250 Quadratmeter größer als zunächst angedacht.

Staatliche Zuschussmittel für die neue Zweifachturnhalle gibt es in Höhe von 67 Prozent auf die förderfähigen Baukosten. Dies sind rund 3,04 Millionen Euro, die der Freistaat dazu gibt. Den dann noch zu verbleibenden Eigenanteil von rund 1,5 Millionen Euro müssen sich die Gemeinden Gößweinstein und Obertrubach teilen. Wobei der Markt Gößweinstein, der im gemeinsamen Schulverband der größere Partner mit mehr Schülern ist, rund 1,03 Millionen Euro und die Gemeinde Obertrubach rund 506 000 Euro dazu beisteuern müssen.

Veranstaltungsraum kostet mehr

199 Schüler oder auch Sportler der Vereine könnten sich in der neuen Halle gleichzeitig aufhalten. Will der Markt Gößweinstein die neue Halle auch als Veranstaltungsraum für größere Veranstaltungen für bis zu 600 Personen nutzen, wird es noch einmal deutlich teurer. Die Grundfläche der Halle müsste dann auf 2100 Quadratmeter anwachsen. Laut den Berechnungen der Architekten würde eine neue Halle mit Veranstaltungsstätte dann rund 5,77 Millionen Euro kosten. Diese Mehrkosten von rund 942 000 Euro müsste aber dann alleine der Markt Gößweinstein tragen. Ob die Halle, und in welcher Größe, für Veranstaltungen genutzt werden kann, soll der Marktgemeinderat Gößweinstein bei der Sitzung am kommenden Dienstag entscheiden.

In der Sitzung des Schulverbands ging es nun nur um die Ausrichtung der neuen Halle. Einstimmig entscheiden sich die Schulverbandsräte dann auch für eine Nord-Ausrichtung mit viel natürlichem Lichteinfall, wie vom Architektenteam vorgeschlagen. "Ich finde es schon sehr attraktiv so eine Versammlungsstätte zu haben, aber ohne Förderung können wir uns das nicht leisten", sagte Bernhard Vogel (SPD).

Stätte wichtig für Oberzentrum

Schulverbandsvorsitzender und Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) will versuchen, für die Versammlungsstätte eine Förderung zu bekommen. Denn eine Versammlungsstätte in dieser Größe sei auch für das Forchheimer Oberland enorm wichtig.

Dritter Bürgermeister Manfred Eckert (CSU) betonte, dass man mit der Nordausrichtung das Bestmögliche, auch für den Lärmschutz der Nachbarn, gemacht habe. Der letzte Termin für die Einreichung des Förderantrags auf Finanzausgleichsmittel (FAG) ist der 10. Januar nächsten Jahres. Baubeginn soll dann im Juni 2019 und Fertigstellung im September 2020 sein. Der Schulbetrieb soll während der Bauphase nicht beeinträchtigt sein.