Sarah Stieranka

Sterben muss jeder einmal. Doch wenn es an die Planung der Beerdigung geht, macht es einen Unterschied, in welcher Gemeinde im Landkreis Lichtenfels die verstorbene Person beerdigt wird. Die Gemeinden Hochstadt und Burgkunstadt beispielsweise grenzen aneinander - die Bürger leben nur wenige hundert Meter voneinander. Die Kosten für ein Einzelgrab in Burgkunstadt sind jedoch dreimal so hoch als in Hochstadt. Statt 150 Euro zahlt man hier 510 Euro. Warum?
"Jeder Friedhof hat eine andere Struktur und einen anderen Pflegeaufwand", äußert sich ein Vertreter der Stadt Burgkunstadt. Nicht jede Kommune, die über die gleiche Einwohnerzahl verfügt, kann auch tatsächlich verglichen werden. Denn: Es müssen noch Aspekte wie die Größe der Gemeinde und die Anzahl der Einrichtungen mit eingerechnet werden. Burgkunstadt weist fünf Friedhöfe auf, von denen sich vier in der Hand der Gemeinde befinden. Hochstadt hingegen verfügt nur über einen Friedhof. Was ebenfalls auffällt: Die Kalkulation von Hochstadt ist aus dem Jahre 2003 - also 15 Jahre alt. Die von Burgkunstadt hingegen wurde erst in diesem Frühjahr gemacht. "Der bayerische Kommunale Prüfungsverband hat eine Empfehlung ausgesprochen. Daraufhin haben wir neu kalkuliert und die Kosten sind natürlich gestiegen", heißt es seitens der Stadt Burgkunstadt. Auch die Gebührensatzungen der Stadt Altenkunstadt und der Gemeinde Redwitz an der Rodach sind zwischen acht und zehn Jahre alt. Mit die meisten Friedhöfe im Landkreis Lichtenfels hat die Gemeinde Weismain. Aber: Von den neun Friedhöfen sind sieben in kirchlicher Hand. Große oder kleine, viel oder wenig Friedhöfe, eine Gemeinsamkeit ist zu erkennen: die Deckung des Bedarfs an Urnengrabstellen. Egal ob pflegeleichte oder pflegeintensive, Urnenstele oder Urnennische - alle Gemeinden haben den Wandel der Bestattungskultur erkannt und reagieren darauf.
Im zweiten Teil werden die Grabgebühren der Kommunen Bad Staffelstein, Ebensfeld, Lichtenfels, Marktzeuln, Marktredwitz und Michelau aufgezeigt.