Drei Euro zahlten bislang Grund- und Mittelschüler, sechs Euro die Realschüler und Gymnasiasten: Schon seit den 90er Jahren erheben die Coburger Schulen ein Kopiergeld für all die Arbeitsblätter, die im Lauf des Jahres an die Kinder ausgeteilt werden. Im Schuljahr 2010/11 wurde das Kopiergeld letztmals erhöht; 2014 wurde im Finanzsenat zwar über eine Steigerung diskutiert, aber nichts entschieden.
Dafür ging es am Dienstag ganz schnell: Zehn Euro pro Kind und Jahr sollen ab dem nächsten Schuljahr fällig werden, also schon nach den Sommerferien, und unabhängig vom Schultyp. So hatte es die Projektgruppe Haushaltskonsolidierung vorgeschlagen, der Finanzsenat stimmte gestern ohne größere Diskussion zu. Betroffen sind Grund-, Mittel- und Realschulen, die Gymnasien, Wirtschaftsschule, FOS, BOS und die Berufsschulen. Die Stadt spare damit 43 800 Euro im Jahr, für die Familien sie die Erhöhung mit vier bis sieben Euro pro Schuljahr "äußerst gering", sagte Tina Lehmann vom Amt für Schulen, Kultur und Bildung. Bei finanziell schlechter gestellten Familien werde das Kopiergeld durchs Bildungs- und Teilhabepaket abgedeckt.
Trotzdem schlug Gerhard Amend (CSB) vor, in Ausnahmefällen die Zahlung in zwei Raten zu ermöglichen: Bei Familien mit drei schulpflichtigen Kindern könnten die 30 Euro auf einmal schon viel Geld bedeuten, meinte er. Das sei mit den Schulen diskutiert worden, doch diese würden das ablehnen, erwiderte Tina Lehmann: Es sei ohnehin schon ein großer Aufwand für Lehrer und Sekretariate, bis alles Geld eingesammelt sei. "Von den Schulen wird das ausdrücklich nicht gewünscht."
Behalten dürfen die Schulen das Geld ohnehin nicht: Bis zum Ende des Kalenderjahrs muss es auf dem städtischen Konto eingezahlt sein. sb