Im Gebiet der Gemeinde Möhrendorf stehen über 130 alte knorrige Kopfeichen. Aus Sicht des Naturschutzes sind diese Bäume sehr wertvoll, denn sie bieten vielen seltenen Tierarten ein Zuhause. Der Landschaftspflegeverband Mittelfranken hat laut einer Pressemitteilung im vergangenen Jahr vom Büro bufos die Käfer erfassen lassen, die in den alten Bäumen leben. "Wir haben eine erstaunliche Vielfalt von 125 Arten, darunter 40 gefährdete, gefunden", berichtet Wiebkea Bromisch vom Landschaftspflegeverband.
Nun hat der Verband ein Pflegekonzept erarbeitet, um den Lebensraum für Eremit, Hirschkäfer und andere Tierarten zu erhalten. Am Wanderparkplatz an der Dechsendorfer Straße wurde unlängst eine Tafel aufgestellt, auf der sich die Spaziergänger über die Besonderheiten der Kopfeichen informieren können. Als Blickfang ziert ein großer geschnitzter Hirschkäfer das Gestell. Finanziert wurden die Kartierung und die Infotafel vom Bayerischen Naturschutzfonds aus Zweckerlösen der Glücksspirale. Die Gemeinde Möhrendorf hat sich ebenfalls an der Finanzierung der Infotafel beteiligt.


Holznägel für Wasserräder

Auf Grundlage des Pflegekonzeptes wird nun die Untere Naturschutzbehörde in den nächsten fünf Jahren mit Ersatzgeldern des Landkreises Erlangen-Höchstadt die alten Kopfeichen zurückschneiden. Die typische knorrige Form entstand durch den regelmäßigen Rückschnitt der Bäume. Die zwei- bis dreijährigen, neu ausgetriebenen Zweige werden zum Teil noch heute als Holznägel für die Möhrendorfer Wasserräder verwendet.
Ein regelmäßiger Schnitt ist für die alten Bäume sehr wichtig. Wenn die Äste zu lang und schwer werden, drohen die Eichen auseinander zu brechen. Da die Kopfeichen erfahrungsgemäß am besten wieder austreiben, wenn sie erst kurz vor dem Blattaustrieb geschnitten werden, fand die Pflegemaßnahme an den ersten 20 Bäumen Ende März statt. Die Arbeiten werden von dem erfahrenen Baumpfleger Norbert Mehl zusammen mit ortsansässigen Landwirten ausgeführt. Das Schnittgut dient in Form von Hackschnitzeln der Erzeugung regenerativer Energie. red