Ein einstimmiger Beschluss im Kreistag und seinen Ausschüssen bedeutet nicht unbedingt, dass alle in allen Punkten übereinstimmen. So jüngst beim Thema Nahverkehr im Kreisausschuss. Bei der "Teilfortschreibung des Nahverkehrsplanes 2019 für den Landkreis Bamberg" waren sich alle Fraktionen einig darüber, dass das Ziel ein besserer ÖPNV im Landkreis ist. Doch in der Frage, ob der Weg dorthin schon gut genug ist, oder doch noch ein klein wenig besser bewältigt werden könnte, darüber gab es durchaus handfeste Differenzen.

Schwarzer Peter an die Stadt

Landrat Johann Kalb (CSU) hatte eingangs das "große Interesse" des Landkreises an einem Regionalen Omnibusbahnhof (ROB) betont. Auch habe der Landkreis seine finanzielle Beteiligung schon längst zugesichert. Doch die Planungshoheit liege allein bei der Stadt Bamberg. In Sachen ROB sei es "bisher bei Absichtserklärungen der Stadt geblieben", legte CSU-Fraktionssprecher Wolfgang Möhrlein dann noch nach.

Jonas Merzbacher (SPD) meinte dagegen, es gebe verschiedene Sichtweisen, wer Druck ausüben müsse. Hier sei "das Handeln des Landrats gefordert". Bernd Fricke (Grüne) sah nicht nur für den ROB, sondern für das gesamte Nahverkehrskonzept eine "hohe Dringlichkeit". Denn angesichts des "rapide beschleunigten Klimawandels" und des nicht unerheblichen Anteils des Verkehrs am CO2-Ausstoß sei der Zeithorizont von 2024 (oder 2031 für den ROB) viel zu weit und "keine vertretbare Perspektive".

Einstimmige Empfehlung

"Der ROB wird sowieso überbewertet", und sei "nicht das Allheilmittel", baute Bruno Kellner (FW/ÜWG) eine Gegenposition auf. Ohnehin habe der Regionalbusverkehr wenige Fahrgäste. Helmut Krämer (CSU), meinte daraufhin, das Gremium bräuchte an dieser Stelle gar nicht weiterdiskutieren, Kellner habe "die Situation optimal beleuchtet". Kritik am Konzept sei "völlig unverständlich " und es gehe nicht an, "jetzt die Sache mieszumachen".

"Ich möchte nicht auf diesen Ton einsteigen", entgegnete Merzbacher daraufhin. Fricke hielt Krämer entgegen, die Grünen hätten seit 20 Jahren Anträge zur Verbesserung des ÖPNV eingebracht, die meist von Krämer und seiner Fraktion abgelehnt worden seien.

Der mehrstimmigen Diskussion folgte dann doch ein Bekenntnis aller zu einem besseren ÖPNV und abschließend ein einstimmig gefasster Empfehlungsbeschluss an den Kreistag.