Bernhard Panzer

Eigentlich ging es nur darum, ein Signal zu senden. Und zwar dafür, dass die Überlegungen der Planerin für eine Grüngestaltung rund ums Schloss gut sind und ausgearbeitet werden können. "Es geht darum, dass wir ihr die Arbeit erleichtern und die Richtung vorgeben", sagte Bürgermeister German Hacker und meinte mit "ihr" die Planerin Stephanie Hackl vom beauftragten Büro aus Eichstädt.
Aber was ist schon eigentlich? Schließlich ist dort ja da auch der Hubmann-Parkplatz gelegen, und über den lässt es sich seit Monaten und Jahren trefflich debattieren. Im Grunde hätte man diesen Bereich in der jetzigen Beratung ausklammern können, sagte Hacker. Denn dort dürfe vorübergehend ohnehin nichts Gestalterisches geschehen, weil die Stadt durch einen Stadtratsbeschluss ja blockiert sei. Weil auch dieses Areal aber zum Umgriff des Schlosses gehört, trug Stephanie Hackl ihre Vorstellungen auch hierfür vor. Und erntete manch Frage.
Sie hatte zunächst erläutert, dass dieses Areal während des Rathausneubaus als Platz für die Baustelleneinrichtung dient. In das Konsumgebäude ziehen Baustellenbüros ein. Die Fläche müsse danach neu angelegt werden, und zwar als Parkplatz, wie Bürgermeister Hacker ergänzte. Hackl hatte darüber hinaus Bäume und Grün eingezeichnet sowie eine überdachte Stelle für Fahrräder.
Wieso soll man denn jetzt Bäume pflanzen, wenn später ohnehin das Bürgerzentrum komme und man alles neu machen müsse, wollte Curd Blank (SPD) wissen. Und Konrad Körner (CSU) fragte nach, weshalb das Konsumgebäude nun doch stehen bleiben soll. Er sei von einem Abriss ausgegangen, und darüber müsse man reden.


"Gründurcheinand" am Schloss

Hacker beschwichtigte, was den Hubmannparkplatz anging. "Wir können alle Zeit der Welt reden", sagte er. Schließlich habe man vier Jahre. Solange dauert das Rathaus-Bauprojekt. Hacker bat darum, das Augenmerk jetzt doch der eigentlichen Grüngestaltung zu widmen.
Und diese fand durchaus Anerkennung und Zustimmung. Stephanie Hackl nahm die Räte mit auf einen visuellen Spaziergang rund ums Schloss. Sie verdeutlichte, dass der Charakter des Schlossgrabens als grüne Oase erhalten bleiben solle (der FT berichtete). Im östlichen Bereich sollen die Hecken verschwinden - Hackl: Das "Gründurcheinand" am Schloss soll weg - und stattdessen ein Rasen mit Obstbäumen angelegt werden. Vor der Schlosswand könne eine Ausstellungsfläche entstehen.
Hackl erläuterte weiterhin, dass der Schlosshof, weil er ja größer wird, künftig sogar 460 Sitzplätze unterbringt. Es soll trotz der Bauarbeiten versucht werden, den alten Apfelbaum zu erhalten. Der Schusterbrunnen kehrt an einen festen Platz zurück. Vom Hof aus soll man auch über eine Rampe barrierefrei auf die Terrasse des Ratskellers gelangen können. Die Lüftungsanlage, die noch an der Schlossmauer steht, muss dafür in den Gewölbekeller umziehen.


Lang erfreut über Schlossgraben

Am Eingang zum Schlosshof, vom Hubmann-Areal her kommend, soll ein kleiner Platz entstehen. Die "sehr schöne" Linde dort könne nicht verpflanzt werden und soll erhalten bleiben. Die Zufahrt in den Hof soll nur noch für Berechtigte möglich sein (mit Chipkarte). Insgesamt wurden die Kosten für die Freiflächengestaltung mit 1,4 Millionen Euro berechnet.
"Mich hat die Summe schlucken lassen", sagte in der Sitzung Franz-Josef Lang (CSU). Gleichzeitig verdeutlichte er, dass ihn der Vortrag der Planerin aber habe aufatmen lassen. "Der Schlossgraben wird aufgewertet", sagte Lang. Und das ist ja ein besonderes Anliegen des Innenstadtbewohners, was er wiederholt schon ausgedrückt hat. Die Planungen seien in guten Händen, bescheinigte er. Und: "Der Schlossgraben wird genauso schön wie er jetzt ist."