Eigentlich ist der Stadtjugendring Coburg (SJR) mit der Stadtverwaltung sehr zufrieden. SJR-Vorsitzender Alexander Müller war auf der Frühjahrsversammlung voll des Lobes über das Amts für Jugend und Familie, über die Stadtjugendpflege und vor allem über deren engagierte Mitarbeiter.

Aber als er die Kommunalpolitik als solche einer kritischen Würdigung unterzog, verfinsterte sich Müllers Miene. Er vermisse im Stadtrat eine starke Unterstützung, es gebe keine ordentliche Lobby. Deswegen ermunterte er die Teilnehmer der Frühjahrsversammlung, bei d den Kommunalwahlen im nächsten Jahr die Kandidaten genauer zu betrachten. Er ermunterte die jungen Leute zu unbequemen Nachfragen. Auch nach der Wahl sollten sie Rückmeldung geben: Passen denn Wort und Tat vor und nach der Wahl zusammen?

Der Stadtjugendring selber musste sich bei der fälligen Neuwahl einer umfangreichen Runderneuerung unterziehen. Zum einen verlassen viele junge Leute die Region - oder die Mandatsträger empfinden sich als zu alt: Michael Eckstein, ehemaliger Vorsitzender des Stadtjugendringes, hat sich am Donnerstag als Vorsitzender des Bezirksjugendringes Oberfranken verabschiedet.

Bei der Neuwahl, die nach den neuen Vorgaben des Bayerischen Jugendringes erfolgte, blieb an der Spitze des SJR alles wie bisher. Alexander Müller vom Pfadfinderbund Weltenbummler ist weiterhin der Vorsitzende, sein Stellvertreter bleibt Christian Röblitz vom Förderkreis innovatives Spiel. Neue Beisitzer sind Nicole Klebeg, Louis Münster, Nicole Koch, Michelle Vogt und Marcel Müller. Als sogenannte Einzelpersönlichkeiten wurden Bürgermeister Thomas Nowak, Landrat Sebastian Straubel und Ulrich Schmerbeck vom Amt für Jugend und Familien iberufen. Die Kasse prüfen Florian Kolb und Sarah Pachsteffel.

Alexander Müller präsentierte in seinem Geschäftsbericht 2018 imposante Zahlen aus der Arbeit des Stadtjugendrings. Darin sind 24 Jugendverbände mit rund 10 600 Mitgliedern organisiert. Diese bieten Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von sechs bis 27 Jahren an. Der SJR kann auf die aktive Unterstützung von gut 1000 ehrenamtlichen Mitarbeitenden bauen. Im Stadtjugendheim CoJe wurden 2018 rund 28 000 Besucher gezählt.

Überregional habe das Coburger Integrationsprojekt "aus Flüchtlingen werden Freunde" viel positive Resonanz erfahren. Jetzt ist Schluss mit diesem Projekt. Das ist aber kein Grund zur Resignation. "Jetzt findet die Integration im Alltag statt", freute sich SJR-Vorsitzender Müller. "Wir sind auf einem guten Weg in Coburg."

Das Festival "YouCo" findet in diesem Jahr von Freitag, 28. bis Sonntag, 30. Juni statt. YouCo habe seine Fans zwischen Südthüringen und der Frankenmetropole Nürnberg, berichtete Alexander Müller. Die in diesem Jahr angebotenen Ferienprogramme seien auch schon stark nachgefragt.

Die Jahresrechnung 2018 umfasste 420 000 Euro. Der Haushaltsplan 2019 nähert sich dem Betrag von 431 000 Euro. Bisher finanzierte sich der Etat des Stadtjugendringes zu knapp zwei Dritteln aus Mitteln der Stadt Coburg, erläuterte Müller. 35,5 Prozent kamen im vergangenen Jahr aus Eigenmitteln und Spenden und anderen Töpfen. Personelle Verstärkung gibt es auch, eine halbe Stelle oder 20 Wochenstunden für einen Sozialpädagogen.