Die Jungen und Mädchen, die nachmittags im Kinderhort Haus "Fantasia" betreut werden, toben durch den schönen Garten. Eine Gruppe sitzt auf dem Gartenkarussell. Mitten drin Ronny Nabuda, einer der wenigen männlichen Betreuer. Er ist für die Jungs ein echter Gewinn. Denn mit ihm lässt sich so herrlich toben und über Fußball reden - viel besser als mit den weiblichen Erziehern, finden die Kids.

Am Montag nach dem Muttertag wird alljährlich der "Tag der Kinderbetreuung" gefeiert. "Das ist der Tag, an dem man den Betreuern Danke für ihre Arbeit sagen sollte", sagte Awo-Kreisvorsitzende Inge Aures gestern. Der Aktionstag wird seit 2012 gefeiert, seit 2017 koordiniert die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung alljährlich die Angebote.

Fünf Gruppen vorgesehen

Und Aures hatte eine positive Nachricht: Kulmbach soll einen Aqua-Kindergarten bekommen - neben dem Hallenbad. Es handele sich um ein Modellprojekt. Details würden noch ausgearbeitet, das Ergebnis wolle man in wenigen Wochen der Öffentlichkeit präsentieren. Fest steht schon jetzt: Der Aqua-Kindergarten soll drei Kindergarten- und vier Krippengruppen bekommen und spätestens 2020 gebaut werden.

Die Arbeiterwohlfahrt stellt in Stadt und Landkreis Kulmbach 13,3 Prozent der Kindergartenplätze sowie 22 Prozent der Krippenplätze. Die größte Einrichtung ist die Kita Herbert Kneitz in Wirsberg mit aktuell 106 Kindern. Sie ist voll belegt. In Wirsberg gibt es drei männliche Mitarbeiter - von 17. Die Einrichtung ist eine Sprachkita und hat ausgeweitete Öffnungszeiten.

Insgesamt bietet die Awo in neun Einrichtungen 452 Kindergarten- und Krippenplätze an. Nur in der Blaicher "Räuberhöhle" gibt es noch freie Plätze.

Bei der Arbeiterwohlfahrt arbeiten 82 Betreuer. Die Männer sind mit sechs in der Minderheit. "Die SPD kämpft im Landtag dafür, dass die Erzieher endlich die Wertschätzung bekommen, die sie verdient haben, auch finanziell", stellt Landtagsabgeordnete Inge Aures klar. In wenigen Wochen wird auch der Kinderbetreuungszuschuss in Höhe von 100 Euro fließen.

Ein echter Fortschritt

Ein echter Fortschritt ist die Tatsache, dass die Stadt Kulmbach ein System entwickelt hat, in dem alle offenen Betreuungsplätze gemeldet werden können. "Wenn jeder die offenen Plätze einpflegt, ist das eine super Sache", erklärte Awo-Geschäftsführerin Elisabeth Weith und dankte dem Kulmbacher Oberbürgermeister für die gute Zusammenarbeit.

Aktuell haben die Awo-Kinderbetreuungseinrichtungen 13 Azubis. Kreisvorsitzende Inge Aures machte allen jungen Menschen Mut, den Ausbildungsweg einzuschlagen. Viele Kitas haben zusätzliche Programme: So gibt es Sprach-Kitas oder "Medien-Kindergärten" wie in Hutschdorf. Die Öffnungszeiten in der Hannes-Strehly-Straße und in der Herbert-Kneitz-Kita (5.30 Uhr bis 21 Uhr) sind ideal für Eltern, die im Schichtdienst arbeiten. Und auch Inklusion ist ein wichtiges Thema.

Zum Haus "Fantasia" gehört laut Leiterin Elke Engelbrecht ein Wald-Wohnwagen für die Kinder.