Lisa Kieslinger

Erst vor einigen Monaten stand Martin Burkert, Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur im Deutschen Bundestag (SPD), an der gleichen Problemstelle. Getan hat sich seitdem nichts. Es steht immer noch nicht fest, wie die Ortsdurchfahrt Küps im Zuge des Ausbaus der B 173 aussehen soll. Damals versprach Burkert, die von den Küpsern favorisierte Troglösung (siehe Artikel unten) mit nach München zu nehmen und zu versuchen, sie in den Bundesverkehrswegeplan einzubringen.
Der komplette Ausbau der B 173 ist nun darin enthalten - außer die Küpser Ortsdurchfahrt. "Es war einfach nicht durchsetzbar. Wie Staatssekretärin Dorothee Bär erklärte, sind die Kosten für eine Troglösung zu hoch und der Nutzen zu niedrig", so Burkert. Zudem sehe man bundespolitisch darin keine große Bedeutung.
In der dreitägigen Sitzung des Verkehrsausschusses habe man sich lange mit der Küpser Ortsdurchfahrt beschäftigt.
"Wenn die CSU im Ausschuss das auch gewollt hätte, hätten wir die Troglösung für Küps mit reinbekommen", erklärt Burkert. Doch deren Schwerpunkte scheinen woanders zu liegen, so das Bundestagsmitglied aus Nürnberg. "Manchmal kann man wirklich das Gefühl haben, dass wir den Münchnern am Arsch vorbeigehen", macht Bundestagskandidatin Doris Aschenbrenner (SPD) deutlich.
Sie ist sich sicher: Die Troglösung für Küps hätte eine viel größere Chance, wenn sich die Landesregierung anders einsetzen würde. Es könne nicht sein, dass die B 173 bis und nach Küps ausgebaut wird und das Nadelöhr so bleibt. "Da ist der gesunde Menschenverstand anscheinend auf der Strecke geblieben", so Aschenbrenner.
Die Begründung mit dem Kosten-Nutzen-Faktor lässt Ralf Pohl, Kreisvorsitzender der SPD, nicht gelten. Denn in der Diskussion um die Ortsumgehung Kauerndorf (Kreis Kulmbach) sei eine Troglösung jetzt durchgewunken worden. "Da frage ich mich, ob die Wertigkeit dort wirklich so viel höher ist, als bei uns in Küps?"
Eine Chance, die favorisierte Troglösung für Küps noch in den Bundesverkehrswegeplan - der nun für die nächsten 15 Jahre feststeht - einzubringen, ist laut Burkert unmöglich. Die einzige Chance, um diese Lösung doch noch realisieren zu können, seien Sondermittel, die der Bund den Ländern zur Verfügung stellt. "Damit wir die Mittel bekommen, muss die Landesregierung jedoch ein Einsehen haben", erklärt Doris Aschenbrenner. Es sei nun wichtig, parteiübergreifend an einem Strang zu ziehen, wenn es um die Region geht.