Zum Bericht "Erzbischof überrascht die Rothenkirchener als Gastpriester" im Fränkischen Tag vom Freitag, 1. März: Gewisse Sachen muss man einfach erwarten können. Vor einigen Jahren hatte ich das Amt des Dekanatsratsvorsitzenden des Dekanats Teuschnitz inne. Zu dieser Zeit wurde u.a. vom Erzbistum festgelegt, dass ein Pfarrer maximal zwei Gottesdienste am Tag halten darf, was zur Folge hatte, dass das Angebot an Messfeiern speziell im oberen Frankenwald eingekürzt wurde. Besonders meine Heimatpfarrei Tettau musste seit dieser Zeit deutlich Federn lassen.

Priester "hinaus ins Land"

Die Diasporagemeinde im letzten Zipfel des Bistums feierte vor vielen vielen Jahren ihre letzte Heilige Messe zum Heiligabend. Gott sei Dank gibt es Hans Kaufmann, der seither mit viel Engagement an den Feiertagen rund ums Jahr Wortgottesdienste in Tettau organisiert und abhält.

Aufgrund dieser Situation hatte ich mir damals erlaubt, im Erzbistum schriftlich nachzufragen, ob es nicht sinnvoller wäre, an solchen Festtagen nicht mit zwölf Priestern in den Bamberger Dom einzuziehen - sondern wenigstens zehn davon "hinaus ins Land" zu entsenden, um auch in den kleinen (vergessenen) Kirchengemeinden eine Messe zu feiern. Es wäre auch eine gewisse Wertschätzung gegenüber den Gläubigen und Mandatsträgern, die sich das ganze Jahr um ihr "Kirchlein" kümmern.

Umso erfreulicher ist, dass unser hochwürdiger Herr Erzbischof nun kurzfristig den erkrankten Pater Hagen vertritt oder am vergangenen Sonntag vertreten hat.

Stellt sich mir aber dennoch die Frage, wie das künftig praktisch mit dem neuen Seelsorgerbereich, der ja dann offenbar von Tettau bis Steinwiesen gehen wird, funktionieren soll, wenn jetzt schon mit einer bis zwei Planstellen mehr als eigentlich geplant bei Erkrankung eines Priesters der Erzbischof selbst zum Gottesdiensthalten herkommen muss? Oder dürfen wir uns generell auf weitere Streichungen des "Angebots" einstellen?

Schwierige Argumentation

Man tut sich als Aktiver innerhalb der Kirche sehr schwer, Argumente auf Fragen zu finden: "Was bekomme ich denn noch für mein Geld (Kirchensteuer)?" Dabei spielen die Nebenschauplätze wie Missbrauch und opulente Badzimmereinrichtungen im Moment tatsächlich nur noch eine untergeordnete Rolle. Benjamin Baier Buchbach