Die Kolpingsfamilie Herzogenaurach fuhr Anfang September in den Spreewald. Von Herzogenaurach aus ging es nach Chemnitz, früher Karl-Marx-Stadt. Eine Stunde stand zur freien Verfügung, man konnte ins Café oder einen kleinen Stadtbummel unternehmen. Weiter ging es dann ins Hotel Willmersdorfer Hof in Cottbus-Willmersdorf.
Am nächsten Tag, nach dem Frühstück ging es in die Innenstadt nach Cottbus, dort wurden die Kolpinger von zwei erfahrenen Stadtführern durch das liebenswerte, mehr als 850-jährige Cottbus geführt. Der Rundgang führte durch die historische Altstadt. Die alte Stadtmauer mit Türmen, Toren und Wiekhäusern, die Sakralbauten sowie der Altmarkt mit seinen barocken Bürgerhäusern prägen hier das reizvolle Stadtbild. Es ging zum Altmarkt, zum brandenburgischen Apothekenmuseum, der Oberkirche St. Nikolai und dem Spremberger Turm.
Am nächsten Tag ging es in den Spreewald nach Lübbenau. Der Spreewaldort Lübbenau gilt als Geburtsstadt der berühmten Spreewaldgurke. Der Lübbenauer Hafen wird im Volksmund auch als "Gurkenmeile" bezeichnet, weil sich hier im Sommer die Gurkenhändler wie Perlen aneinanderreihen. Vor oder nach einer Kahnfahrt ab Lübbenau haben Touristen die Möglichkeit, sich durch die Welt der Senf-, Dill-, Salz- und Sauren Gurken zu probieren. Besonders bekannt ist Lübbenau für seine Kahnfahrten in das berühmte Spreewalddorf Lehde. Von dem malerischen Lagunendorf ließ sich einst schon Theodor Fontane verzaubern.
Die Herzogenauracher hatten die kleine Schleusenfahrt mit Abstecher zum Lagunendorf Lehde gebucht. Eine Trachtenfrau begrüßte die Reisenden und erzählte, dass sie die Tracht selbst genäht hat, die übrigens nur mit 70 Nadeln gehalten wird. Die Fahrt ging weiter nach Lehde, wo man eine Stunde Aufenthalt hatte. Danach ging es über drei Schleusen zurück zum Hafen.
Die nächste Station der Reise war Lübben. Die das Stadtbild prägende Kirche mitten im Zentrum steht als spätgotisches dreischiffiges Hallenlanghaus anstelle des Vorgängerhauses, seit Mitte des 16. Jahrhunderts direkt am Markt. Paul Gerhardt, der nach Luther bedeutendste deutsche Kirchenlied-Dichter, wirkte hier von 1669 bis zu seinem Tode 1676 als Archidiakon. 1930 wurde die Stadtkirche St. Nikolaus in Paul-Gerhardt-Kirche umbenannt. Paul Gerhardt ist in der Kirche an unbekannter Stelle bestattet. In der Kirche sind Kostbarkeiten wie der Altar von 1609, das Taufbecken aus gleichem Jahr, viele weitere Kostbarkeiten zu sehen und eine musikalische Rarität die romantische Schuke-Orgel von 1906, restauriert nach der Wende, zu hören.
Die Heimreise ging dann über Dresden. Eine Stadtführerin stieg in Bus und zeigte mit einer Stadtrundfahrt die Sehenswürdigkeiten Dresdens. Die Semperoper, den Zwinger, den goldenen Reiter aber auch die Pfunds-Molkerei. Sie gilt als "schönster Milchladen der Welt". Die Reise war laut den Teilnehmern ein voller Erfolg.
Georg Mundt