Werner Kohn, 1940 in Bamberg geboren, ist den meisten vor allem durch seine Fotografien von Blues- und Jazz-Musikern aus aller Welt bekannt geworden - er lichtete Louis Armstrong ebenso ab wie Dizzy Gillespie oder Tony Bulluck. Im Rahmen der Ausstellungsreihe "Kunst im Treppenturm" zeigt das Kaufhaus Karstadt nun fotografische Arbeiten aus Kohns Serie "Nordkorea". Der Fotograf hat seit den späten 60er Jahren an nahezu 700 Ausstellungen in aller Welt teilgenommen und etliche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten.
"Nordkorea" dokumentiert in eindrucksvoller Weise die Impressionen, die Werner Kohn auf seiner Reise 2012 vor Ort gewinnen konnte. Zu den gezeigten Aufnahmen ist kürzlich im Erich-Weiß-Verlag Bamberg der gleichnamige Bildband erschienen.
Das Fotografieren war und ist in Nordkorea keineswegs einfach: Viele Ablichtungen in der aktuellen Ausstellung sind während der Fahrt aus Bussen oder Zügen heraus aufgenommen worden, insbesondere die ländlichen Motive, oft heimlich, nur an vorgegebenen Orten offiziell, betonte der Kunsthistoriker Matthias Liebel in seiner Einführung. Vieles sei dem Fotografen allerdings auch verwehrt worden - etwa Innenaufnahmen aus dem einzigen Kaufhaus in Pjöngjang, das nur von außen abgelichtet werden darf.
Die Szenen, die sich Werner Kohn auf seiner Reise boten, spiegeln laut Liebel deutlich das soziale, gesellschaftliche und natürlich auch politische Klima in dem asiatischen Land wider. Kohn vereine in seinen Arbeiten gekonnt das Dokumentarische mit der inhaltlichen Botschaft. Der sich schindende Bauer mit seinem Ochsenkarren impliziere bei aller pittoresken Umgebung zugleich auch eine sozialkritische Komponente; ebenso das Foto von Pflasterarbeiten zur Feldwegebefestigung oder die heimliche Aufnahme fliegender Straßenhändler.
Die Ausstellung ist bis 21. Juli bei Karstadt zu sehen. red