Zum wiederholten Male erarbeiteten die Musiker des Musikvereins "Büddl Express e.V." mit einem erfahrenen Dozenten neue Blasmusikstücke. Diesmal konnte für den Workshop der renommierte Orchesterleiter Holger Mück aus Buchbach gewonnen werden.

Ohne Kompromisse zeigte Holger Mück in der Windheimer Schulturnhalle auf, was für eine stilvolle und gelungene Interpretation einer Polka in typischer Egerländer-Manier wichtig ist. Anhand seines Buches "Böhmisch mit Herz" studierte er die gleichnamige Polka mit den aufmerksamen und konzentrierten Musikern ein und gab wertvolle Tipps und Tricks zur Spielweise. Den Musikern war relativ schnell klar, dass Dozent Mück keinen Unterschied macht, ob man nun eine Polka, einen Walzer, einen Marsch oder sonst ein symphonisches Werk spielt. Es geht um grundsätzliche Spielweisen, um die immer gleichen Parameter, um Stilistik, Tempo und Fluss in der Musik - und natürlich um das Musikmachen der Musik wegen.

Obwohl es in der Halle recht kalt war, wurde den Musikern schnell heiß bei dem, was Mück an Spieltechnik einforderte. Der "Aha-Effekt" stellte sich bereits nach kürzester Zeit ein und war deutlich hörbar. Holger Mück erklärte, dass auch die Begleitung durch Schlagzeug, Posaune und Tuba super funktionieren muss, damit Blasmusik gekonnt erklingt. Da der "Büddl Express" mit fünf Hörnern gut aufgestellt ist, nahm sich Mück dieser natürlich ebenso ausführlich an. Bei solch einer guten Besetzung ist es überaus wichtig, dass alle Musiker exakt gleich artikulieren. Da sich Klarinettistin Sarah Neubauer extra das Stück "Alte Liebe, junge Herzen" von Ernst Mosch gewünscht hat und dieses Stück neu angeschafft wurde, ging Mück besonders auf die Holzinstrumente ein. Da Klarinetten die "Verzierung" des Werkes machen, dürfen sie auch an gewissen Stellen wie ein Handy-Klingelton spielen - kurz und zuverlässig an vielen Stellen, wo Flügelhorn und Trompete noch "Luft" lassen.

Die Luft wurde knapp

Dass diesem Register am Schluss des Workshops die Luft wahrlich knapp wurde, war dem schwierigen Marsch "Egerländer Blut" geschuldet. Dieser Konzertmarsch ist ebenfalls aus der Feder von Holger Mück und auf seiner neuesten CD erschienen. Er gefällt den Musikern vom "Büddl Express" so sehr, dass sie ihn unbedingt mit in ihr neues Programm für 2020 nehmen wollen. Diesen Marsch wirklich gekonnt in Phrasierung, Rhythmik und Stilistik darzubringen, erforderte von allen Musikern nochmals höchste Konzentration. Die gleichen zwei Takte 20- bis 30-mal zu üben, war für alle eine Herausforderung und Mamutaufgabe. Nichtsdestotrotz waren alle am Ende des intensiven Lehrgangstages vollauf zufrieden und glücklich. hs