Gut vorbereitet hatten Lisa Eberlein und Johannes Hebentanz das gut einstündige Konzert des Posaunenchors am Kirchweihsonntag in der Pressecker Dreifaltigkeitskirche. Zu jedem der 14 Stücke gaben sie eine kleine Einführung.

Die Konzertbesucher genossen die Musik der kleinen aber feinen Bläsergruppe, die von großer Musik bis zum Kerwasliedla reichte. Und die acht Bläser bewiesen, dass man für ein feines Konzert nicht unbedingt eine große Besetzung braucht.

Selbst Johann Sebastian Bach hatte zur Aufführung seiner großen Oratorien nur wenige Sänger und Musiker, wie er in seinen Tagebüchern berichtete. Seine Werke mit großen Chören und riesigem Musikerapparat aufzuführen, ist erst eine Erfindung am Ende des 19. Jahrhunderts.

Der Pressecker Posaunenchor blieb also in einer alten Tradition der Kirchenmusik. Bach spielten die Acht allerdings nur einmal fast am Ende des Konzerts. Zum Auftakt gab es dagegen Rosinis "Wilhelm-Tell-Overtüre" im Original für großes Orchester; danach eine mehr dezente "Sonata" von Vivaldi und ein "Divertimento" von Haydn, schließlich den Jägerchor aus Webers Freischütz, der in kleiner Besetzung keinen Deut schüchterner klang als von einem großen Orchester.

Im zweiten Teil dann Filmmusiken aus "Pirates of the Carribbean" und "Gabriellas Song". Glänzend brachte die Bläsergruppe die lyrische, wenn nicht gar romantische Komposition "Yellow Mountains", mit der Jacob de Haan die Berge um St. Moritz beschreibt.

Mit kürzeren modernen Liedern schloss das Konzert, wobei die Bläser allerdings nicht ohne Zugaben entlassen wurden. Dabei durfte dann natürlich das fränkische Kerwa-Lied "Wo is denn des Gerchla?" nicht fehlen.

Die Einlagen nach dem Konzert waren für die Renovierung der Kirche bestimmt, die dringend wenigstens im jetzigen Zustand erhalten werden muss.