Zum ersten Mal werden in der Leader-Region Coburg Land nicht nur Großprojekte, sondern auch kleinere Vorhaben finanziell unterstützt. Im Fördertopf lagen heuer 5000 Euro, die sich auf drei unterschiedliche Projekte verteilen. Am Mittwoch übergab Landrat Michael Busch im Landratsamt die symbolischen Schecks an die Gewinner.
Die Zuschüsse bekommen die Bürgerinitiative Großgarnstadt für die Sanierung der Schneybachquelle, die Coburg Stadt und Land aktiv GmbH zur Ausbildung von Wegewarten und der TV 1848 Coburg erhält Geld, um Jugendliche für ein freiwilliges soziales Schuljahr (FSSJ) zu gewinnen.
Wie Landrat Michael Busch erklärte, stehen bis zum Jahr 2022 25 000 Euro an Fördermitteln explizit für Kleinprojekte der Leader-Region Coburg Land zur Verfügung. Jährlich sollen 5000 Euro unbürokratisch verteilt werden. Ohne großen Aufwand, so Busch, konnten Bürger, Institutionen und Vereine ihre Projekte einreichen. "Man konnte dies flach über die Latte beantragen." Aus den Einsendungen überzeugten drei Projekte: Der erste Preis und damit 2385 Euro gehen an den TV 1848 Coburg. Die stellvertretenden Vorsitzenden Astrid Hess und Hubertus Volk stellten das Projekt vor, das mit Beginn des Schuljahres an den Mittel- und Realschulen starten soll. Mittelschüler ab der siebten Klasse und Realschüler ab der achten Klasse sollen für ein FSSJ in Kooperation mit dem "Caritasverband für die Stadt und Landkreis Coburg" begeistert werden.
Die Idee sieht vor, dass sich die Jugendlichen entweder für drei Stunden wöchentlich oder am Block ehrenamtlich einbringen. Dies könnte ein Einsatz im Tierheim, Altenheim, in einer Bibliothek oder in einer Kleinkinderturnstunde sein. Die Anmeldungen laufen zwar über die Schulen, aber Interessierte können sich laut Hess auch direkt beim TV 1848 melden. Die Jugendlichen bekommen eine Ausbildung bei der Caritas und nach Abschluss ein Zeugnis ausgehändigt.
Über 1556 Euro darf sich die Stadt und Land aktiv GmbH freuen. Mit dem Geld, erklärte Silvan Zapf, sollen 30 Wanderwegewarte geschult werden, um das Wanderwegenetz in Stadt und Landkreis Coburg zu betreuen. Dazu melden die Gemeinden Bürger an, es können sich aber auch Interessierte direkt beim Landratsamt melden. "Es wird keiner abgewiesen," betonte Regionalmanager Stefan Hinterleitner.
Etwas völlig anderes hat die Bürgerinitiative Großgarnstadt unter der Federführung des Obst-und Gartenbauvereins Großgarnstadt im Sinn. Die Bürger möchten 1000 Euro dazu verwenden, um die noch unscheinbare Schneybachquelle auf Vordermann zu bringen. "Selbst in der Region wissen viele Bürger nicht, wo sich die Quelle befindet", so Reiner Brückner vom Vorstand.
LAG-Manager Tobias Gruber freute sich über die nachhaltig wirkenden Projekte. Wie Michael Hofmann, Leader-Manager am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, erklärte, sind die Coburger die Ersten, die den Kleinprojektfonds nutzen. "Bürgerschaftliches Engagement ist hier hoch angesiedelt und das trifft den Kern, wenn man Leader machen möchte", betonte er.