"Ein Butler auf dem Bauernhof" heißt der Schwank, den die Trächer Laienspieler in diesem Herbst wieder an traditioneller Stelle auf die Bühne bringen - in der umgebauten Kulturhalle in Witzmannsberg.

Eine Improvisationssaison nennt es Regisseur Stefan Franz, der bei den Trächer Laienspielern seit sieben Jahren den Hut aufhat. Die Bühne in der neuen Kulturhalle ist allen neu. Noch wird im Sportlerheim Eicha geprobt, auf einer improvisierten Bühne. Sechs Jahre lang war das Sportlerheim Spielort. "Es hatte durchaus seinen Charme", meint Franz. Ein Stammtisch mitten in der Wirtschaft, an und um den sich das Spiel rankte, wie beim "Eigentor". Nun ist die Ausweichzeit vorbei, und es geht wieder an die traditionelle Spielstätte zurück.

Stefan Franz führt wieder Regie und hat eine muntere Schauspielertruppe um sich geschart. Alte Hasen sind dabei, wie Sabine Schmidt, die seit 1985 bei den Trächern mitspielt. "Nur die Tochter lassen sie mich nicht mehr spielen", sagt sie lachend. Ihre Feuertaufe dagegen wird die 21-jährige Luca Gallinsky haben, die beim Schwank ihr Debüt als Feriengast Monika gibt.

In den vergangenen sieben Jahren hätten vier neue Bühnenakteure gewonnen werden können, die auch geblieben sind, berichtet Franz stolz.

Noch eine ist neu, die Souffleuse Christine Fischer. Auch der Regisseur schlüpft in eine kleine Rolle und mimt den Butler Johann. Franz ist mit Herzblut Schauspieler, und eine kleine Rolle darf es da freilich sein. Weil er die Bühne liebt, tritt er auch auf der Waldbühne Heldritt als Schauspieler auf. Im kommenden Jahr, verrät er schon mal, werde er im Märchen auf der Waldbühne zu sehen sein.

Das Jahr war noch jung, als sich Stefan Frank auf die Suche nach einem passenden Theaterstück für die Trächer Laienspieler-Saison machte. So um die 15 Stücke liest er gewöhnlich, bis er das passende gefunden hat - für die Truppe, die Charaktere und fürs Publikum. Er nennt es "Schenkelklopferstücke", und das durchaus nicht abwertend. "Es ist die einfache, humorvolle Kunst, die bei den Leuten ankommt", sagt er. "Wer abends zu uns kommt, soll sich amüsieren und lachen und keine Probleme wälzen."

Und so soll es auch sein, wenn ein Butler auf den Bauernhof kommt. Denn eigentlich ist Karl Dörrzapf nur ein Kleinbauer, dessen Leben aber ziemlich durcheinander gerät. Er findet auf dem Speicher ein paar Blankoformulare und eine Stempelsammlung, was ihn quasi zum Experten in Sachen EU-Subventionierung macht. Seine Kühe vermehren sich, sein Grund und Boden auch, und die Subventionen fließen. Aber Karl will das Geld ja nicht für sich, sondern beispielsweise für seinen Freund, den Pfarrer, und ein neues Kirchendach. Oder für seine Schwester Klara, die an einem Preisausschreiben teilnimmt, um einen Gutschein für die Reparatur des Traktors zu gewinnen. Als eine Dame vom Landwirtschaftsministerium den angeblichen Großbauern besucht, ist das Chaos programmiert.

Neben den Akteuren auf der Bühne - Jürgen Klüglein, Sabine Schmidt, Martina Franz, Thilo Fischer, Felix Höllein, Amelie Kotschy, Amona Dürr, Luca Gallinsky, Stefan Franz und Emely Schiegg - basteln noch Techniker, Bühnenbauer und Maskenbildner am Stück. Und agieren meist in Doppelfunktion, also hinter den Kulissen und auf der Bühne. Für stimmungsvolle Musik sorgen in bewährter Manier "Die Schorschi's".

Restkarten für die noch nicht ausverkauften Aufführungen gibt es bei Sabine Schmidt unter Telefon 09565/61226.