Konkrete Vorstellungen hatte man im Memmelsdorfer Gremium nicht beim letzten Tagesordnungspunkt "Erweiterungsmöglichkeiten der räumlichen Kapazitäten für die OGTS". Und doch erhielt das bebilderte Angebot, das Bauamtsleiter Stephan Walz am Ende einer hitzeintensiven, langen Sitzung präsentierte, trotz über 30 Grad Raumtemperatur begeisterten Zuspruch und ein einstimmiges Votum: Memmelsdorf erweitert ab dem Schuljahr 2019/20 zwei Schulstandorte in Memmelsdorf und in der Lichteneiche durch zwei mobile Klassenzimmer.

Schnell und komfortabel

Sehr positiv überrascht zeigten sich die Gemeinderäte von mobilen Raumeinheiten, die mit jeweils vier Modulen an jedem Standort installiert werden. Mit einer Fläche von jeweils 72 Quadratmetern, großen Fenstern und attraktiver Holzverkleidung außen seien sie eine sowohl schnelle wie auch komfortable Lösung zur Schaffung von zusätzlichen Räumlichkeiten für die offene Ganztagesschule (OGTS), erläuterte der Bauamtsleiter. Jedes Klassenzimmer ist nicht nur mit Heizung und Waschbecken ausgestattet, sondern kann bei Bedarf mit moderner Technik, wie Whiteboards, ausgerüstet werden. Das Bauamt hat bereits zwei Standorte für die mobilen Räumlichkeiten sondiert. Am Schulzentrum Memmelsdorf zum Beispiel auf einem Teil des Lehrerparkplatzes. Durch die befestigte Fläche dort müssen keine neuen Fundamente mehr angelegt werden. Walz: "Es würden nur sechs Parkplätze entfallen, für die der gleich gegenüberliegende Parkplatz am Friedhof ausreichend Ausweichflächen bietet. Die Schulleitung hat hierzu bereits Zustimmung signalisiert."

Direkt neben der Schule

Der zweite Standort in der Lichteneiche ist noch optimaler: auf einem gemeindeeigenen Grundstück direkt neben der Schule, das nur durch einen Fußweg von der Schule getrennt ist und auch von der Mittagsbetreuung mitgenutzt werden könnte. Walz: "Auch beim zukünftigen Neubau in der Lichteneiche stünden die mobilen Raumeinheiten nicht im Weg, sondern könnten während der Bauphase parallel genutzt werden."

Beiden Standorten sei gemein, so der Bauamtsleiter, dass durch die enge räumliche Verbindung zu den Schulgebäuden Pausenhof und Toiletten mitgenutzt werden können. Die Klassenzimmer mit je vier Modulen werde die Gemeinde für 85 400 Euro für beide Standorte erstehen, erläuterte Walz. "Hinzu kommen noch die Erschließungs- und Ausbaukosten sowie die notwendige Ausstattung."

Die Gemeinderäte äußerten begeistert einhellige Zustimmung zum Raumkonzept. "Das lässt sich preiswert, schnell und unkompliziert umsetzen", hieß es unisono, und ein Pädagoge im Gremium bestätigte darüber hinaus, dass man bequem unterrichten könne.

Einstimmig brachte der Rat sowohl die Anschaffung der beiden Modulsysteme als auch die Genehmigungsplanung für die beiden vorgeschlagenen Standorte auf den Weg. Nach der Einschätzung von Bauamtsleiter Stephan Walz werden die mobilen Raumeinheiten schon Mitte 2019 betriebsfähig sein, so dass man die Nutzungen noch vor Beginn des neuen Schuljahres testen und bei Bedarf optimieren könne.

Bürgermeister Gerd Schneider (SPD), der zusammen mit dem Gremium ergänzend eine wichtige Studie über die künftige Ausrichtung der drei Schulstandorte Drosendorf, Lichteneiche und Memmelsdorf in Auftrag geben möchte, lobte die kreative Planung seines Bauamtes: "Zum Glück können wir auch 2018/19 alle Kinder in der Mittags- und Nachmittagsbetreuung unterbringen. Die neuen mobilen Klassenzimmer sind darüber hinaus ein Befreiungsschlag, mit dem wir genug Zeit gewinnen, den zukünftigen Raumbedarf an unseren Schulen intelligent zu planen und zukunftsweisend auszubauen." red