Bei der Hauptversammlung der Coburger Turnerschaft war das zukünftige Sporthallenangebot in Coburg das Kernthema. Die Mitglieder wollen, dass die Stadt Coburg weiterhin die Angerhalle zur Verfügung stellt.
Die Hauptprobleme der meisten Sportvereine, nämlich die abnehmende Bereitschaft, sich ehrenamtlich einzusetzen, und die zunehmenden finanziellen Probleme, gehen auch an der Coburger Turnerschaft nicht vorbei und zogen sich als roter Faden durch den Jahresbericht des Vorsitzenden Stefan Wulf. Deshalb bedankte er sich gleich zu Anfang für die 2017 geleisteten, vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten.
Der von der Stadt geplante Umzug von der Angerhalle in die Ausweichsportstätten hält den Verein weiterhin in Atem. Die Tischtennisabteilung ist in Creidlitz ganz gut untergekommen, muss aber für die Jugendlichen einen privaten Autoshuttle einrichten. Größere Probleme haben die Sportakrobaten und der Kraftdreikampf. Ein kurzfristiger Rückzug in die vom Theater nun doch nicht genutzte Angerhalle geht nicht, da diese sanierungsbedürftig ist, und man alle Geräte und Matten in die neue Halle gebracht hat. Aber auch sonst besteht ein Engpass bei überdachten Sportflächen. Stefan Wulf verwies nur nebenbei auf die Kosten der Theatersanierung und befürchtet eine Verdrängung des Sports durch die Kultur. Jedoch gelte es zu verhindern, dass Sport und Kultur gegeneinander ausgespielt werden.
Die finanzielle Situation des Vereins ist wegen der Kosten für das Sportheim angespannt. Das Vereinsheim an der Karchestraße wurde 1936 errichtet und verursacht aufgrund seiner veralteten Bausubstanz hohe Nebenkosten, die den Verein stark belasten. Trotzdem will man es weiterhin erhalten, denn es stellt für den Breitensport in der Stadt Coburg eine wichtige Plattform dar. Positive Aspekte auf diesem Weg sieht Stefan Wulf in der guten Auslastung der Kegelbahn, der Vermietung der Wohnungen und Werbeflächen und der Fortführung des Gaststättenbetriebes - seit dem 1. April durch das Ehepaar Gerd und Liesl Hartmann. Übrigens organisieren in diesem Zusammenhang die Abteilungen der CTS am 21. und 22. April in der neuen Schulturnhalle einen Vereinstag mit anschließendem Hoffest.
Aktuell hat die Turnerschaft 1320 Mitglieder, wobei Turnen, Tennis und Handball die drei größten Abteilungen stellen. Stefan Wulf musste aber feststellen, dass der gesellschaftliche Wandel dem Vereinssport sehr zu schaffen macht. Die Ersatzfamilie Verein wollten viele nicht mehr und gingen ins Fitnessstudio, um "flexibler" zu sein. Dem müsse mit Kreativität und Einfallsreichtum begegnet werden. Der CTS sei es gelungen, Nischen mit neuen Sportarten zu besetzen. Am Ende dankte Stefan Wulf allen Spendern und vor allem der Stadt Coburg für Sportfördermaßnahmen.
Der Präsident der Coburger Turnerschaft, der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach, schloss sich in seinem Grußwort den Ausführungen Wulfs an. Er unterstrich die Notwendigkeit des Ehrenamts und verwies bezüglich der Liegenschaften des Vereins auf deren Nutzen, insbesondere für das Gemeinwohl als auch für die Stadt Coburg. Hinsichtlich der Engpässe bei den Sporthallen hält er es für die vernünftigste Lösung, die Angerhalle kurzfristig wieder instand zu bringen. Der Vorstand der CTS wird eine entsprechende Petition an die Stadt Coburg richten. Es sei bei der jetzigen Entwicklung nicht nachvollziehbar, dass die Stadt das Sporthallenangebot reduzieren möchte. "Die Angerhalle wird für mehrere Sportarten in der Zukunft benötigt", sagte Hans Michelbach.
Auch das wurde erwähnt: Die Coburger Turnerschaft war im Jahr 2017 sehr erfolgreich und vertrat die Stadt in vielen Sportarten.
Schließlich wurden insgesamt 30 Mitglieder für ihre langfristige Treue zum Verein geehrt. red