Veronika Schadeck Kronach —  Beim traditionellen Neujahrsempfang des CSU-Stadtverbandes Kronach gab es prominenten Besuch. In der historischen Markthalle hielt Kerstin Schreyer, bislang im Kabinett Söder Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales und ab Februar für Wohnen, Bau und Verkehr, die Festrede.

"Ihre Bilanz kann sich sehen lassen", lobte die CSU-Bürgermeisterkandidatin Angela Hofmann, die auch gleichzeitig für ihre Stadt warb. "In Kronach ist Aufbruchstimmung zu spüren!" Sie bedankte sich für die Unterstützungen durch die bayerische Staatsregierung. Deren Entschluss, den Lucas-Cranach-Campus zu finanzieren und die Anzahl der Studierenden bei der Etablierung der Beamtenfachschule von 200 auf 600 zu erhöhen, habe große Auswirkungen für die Stadt und den Landkreis.

Die CSU-Bürgermeisterkandidatin sprach aber auch von großen Herausforderungen, wie die Sanierung von Straßen und des Schwimmbads Crana Mare, die Schaffung von Wohnraum. Sie betonte, dass es bei dem von der CSU ins Leben gerufene Wohnraumkonzept nicht nur um die Studierenden, sondern um alle gehe. "Wir haben alle im Blick!" Und: "Kronach ist groß genug für alle!" Stolz äußerte sich Hofmann auch über das Ehrenamt, das in der Region gepflegt werde. "60 Prozent der Bevölkerung engagieren sich ehrenamtlich!"

Familienministerin Kerstin Schreyer würdigte die Arbeit von ehrenamtlichen Helfern, die geschätzt werden müsse. Bayern liege in diesem Bereich weit vorne. Die Strukturen des Ehrenamts werden sich aber anpassen müssen, denn zum einen engagiere sich die jüngere Generation immer mehr projektbezogen, und auf der anderen Seite erreichen die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter. Viele davon fühlen sich noch fit und können ihr Potenzial für das Ehrenamt zur Verfügung stellen.

Weiterhin forderte die Staatsministerin eine bessere Bezahlung in sozialen Berufen und eine höhere Wertschätzung für die Beschäftigten. Weiter verbessert werden müssten die Angebote für Kinderbetreuung. Sie ging auf die hochwertige Ausbildung der Erzieher in Kitas, Horten und Schulen ein. Diese sei notwendig, um die vielfältigen Aufgaben meistern zu können. "Wir haben deshalb die Anzahl der Fachkräfte verdoppelt und die Ausbildungsplätze um 80 Prozent gesteigert!" Schreyer forderte aber auch, Kindern genügend Zeit für sich und mit den Eltern zu ermöglichen. "Es darf nicht sein, dass Eltern ihre Kinder früher bringen und später abholen: Kinder dürfen nicht längere Arbeitszeiten als ihre Eltern haben". Sie bezeichnete die Familie als das wichtigste Fundament des Staates. Kinder seien wichtig, um die Zukunft zu sichern. Schreyer betonte aber auch, dass deren Erziehung in erster Linie Aufgabe der Eltern sei.

Die Familienministerin unterstrich weiter in ihrer Rede die Glaubwürdigkeit der CSU. Mütterrente, das bayerische Familiengeld seien jetzt Fakt. Allerdings dürfe es bezüglich der Mütterrente keine Rolle spielen, ob ein Kind vor oder nach 1992 geboren ist. Sie konnte sich auch einen Seitenhieb auf die Grünen und die AfD nicht verkneifen: "Die Grünen sind die Klimaprediger und fliegen selbst am meisten". Bezüglich AfD meinte sie: "Wer ein soziales Herz hat, kann nie AfD wählen!" Letztendlich beendete sie ihre Ausführung mit der Bitte, Behinderte so zu akzeptieren, wie sie sind und am Leben teilhaben zu lassen. Jeder habe seine Stärken, und auf diese sollte man mehr eingehen, als auf die Schwächen.