Bürgermeisterwahl gewonnen, den Mitgliederstand um 28 Prozent gesteigert - die Überparteiliche Wählergemeinschaft Lautertal (ÜPW) konnte bei der Hauptversammlung äußerst zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken. Auf den Erfolgen will man sich aber nicht ausruhen. Die ÜPW hat die anstehende Kommunalwahl 2020 fest im Blick und will am 18. November der Bevölkerung ihre Kandidaten präsentieren.

Für Bürgermeister Karl Kolb zählt nicht nur sein persönliches Ergebnis bei der Bürgermeisterwahl, sondern vor allem die hohe Wahlbeteiligung, die nach seinen Worten bei 76 Prozent lag. "Was nützt es, wenn man gewählt wird? Man braucht den Rückhalt in der Bevölkerung", stellte er fest. Der Schlüssel zum Erfolg lag nach seiner Meinung darin, dass er bei den Hausbesuchen von Vereinsmitgliedern begleitet wurde, die er als "Platzhirsche" bezeichnete. Er bedankte sich beim gesamten Wahlkampfteam für die "hervorragende Arbeit".

Für klimafreundliches Lautertal

Karl Kolb ist seit fünf Monaten im Amt. Nach eigenem Bekunden war diese Zeit geprägt vom Kennenlernen. Für ihn steht fest: "Man braucht Lautertal nicht neu zu erfinden." Damit zielte er auch auf die "sehr gute Arbeit" ab, die im Gemeinderat geleistet werde.

Ein wichtiges Anliegen ist ihm ein klimafreundliches Lautertal. Aus diesem Grund hat er einen speziellen Arbeitskreis ins Leben gerufen, der bereits seine Arbeit aufgenommen hat.

Udo Oppel ließ die Arbeit des Gemeinderates Revue passieren. Er ging hier vor allem auf die Themen Finanzen, Baugebiete, Straßenausbau, Schule und Feuerwehr ein.

Die Welt versteht Bernd Wicklein als Integrationsbeauftragter nicht mehr. Der gut besuchten Versammlung musste er von einer Familie aus Aserbaidschan erzählen, die er seit über fünf Jahren betreut. "Die Eltern und vor allem die Kinder, die mehr als die Hälfte ihres Lebens hier waren, haben sich sehr gut integriert", berichtete Wicklein. Beiden Elternteilen sei auch ein Arbeitsplatz zugesagt worden. "Nur arbeiten durften sie nicht."

Nacht- und Nebel-Aktion

Mit leichter Verbitterung berichtete Bernd Wicklein, dass die Polizei eine Tages früh um fünf Uhr vor der Tür der Familie stand, ihr wenig Zeit gab, ihre Habseligkeiten zusammenzupacken, und ihr die Handys abnahm, um sie dann auf die Brandensteinsebene zu fahren, wo ein Hubschrauber wartete, der die Asylsuchenden dann nach Nürnberg flog, wo sie in ein Flugzeug in Richtung Aserbaidschan gesetzt wurden. Angesichts dieses Vorkommnisses stellte Wicklein in den Raum, dass er sich als Integrationsbeauftragter eventuell zurückziehen wolle.

Wicklein, der auch dem Coburger Kreistag angehört, informierte auch über aktuelle politische Themen in diesem Gremium. Neben der finanziellen Lage des Landkreises Coburg, die er auf dem Weg der Besserung sieht, ging er auf den öffentlichen Personennahverkehr ein, erläuterte die Kostenmehrung bei den Umbauarbeiten am Arnold-Gymnasium, kam auf die Museen im Landkreis zu sprechen, erläuterte die Zuschüsse zur Therme Natur in Bad Rodach und landete am Ende beim Thema Regiomed. Hierzu meinte er: "Ob wir bauen oder umbauen steht noch in den Sternen."

Vorsitzender Björn Friedrich ging in seinem Bericht auch auf die Bürgermeisterwahl ein und ließ wissen, dass hier im Vorfeld der Wahlwerbung sehr viele Gespräche stattgefunden hätten, die letztlich von Erfolg gekrönt gewesen seien.

Einen großen Anteil hatte nach seinen Worten die ÜPW daran, dass Lautertal das diesjährige Stadtradeln gewonnen hat. Nach seiner Darlegung wurden für Lautertal 4,92 Kilometer je Einwohner verbucht. Friedrich weiter: "Durch das Stadtradeln wurden über 13 000 Kilogramm Kohlendioxid eingespart."

Den Mitgliederstand der Lautertaler ÜPW bezifferte er aktuell mit 41 Personen.

Die Sicherheit der Fußgänger

Klärungsbedarf bestand für Rainhard Sänger bei dem Projekt "Bürgersteig in Richtung Kreisel". Der Gemeinderat hatte im Oktober einstimmig beschlossen, einen Bürgersteig von der Apotheke in Richtung Kreisel zu bauen. Für Sänger stellte sich die Frage der Notwendigkeit: "Sind Erhebungen gemacht worden, wie stark die Straße von Fußgängern genutzt wird?"

Bürgermeister Kolb, Gemeinderat Wicklein und Björn Friedrich sprachen sich klar für das Vorhaben aus, da dies nicht nur ein jahrelanges Thema bei den Bürgerversammlungen gewesen sei, sondern auch der Sicherheit der Schwächsten im Straßenverkehr, der Fußgänger, diene.