Anlässlich des Weltflüchtlingstages luden Landrat Hermann Ulm (CSU) und die Koordinationsstelle für Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit des Caritasverbandes zu einem Empfang ein. Über 50 Ehrenamtliche aus verschiedenen Initiativen im Landkreis Forchheim kamen, um zunächst in einem ökumenischen Dankgottesdienst in der Kirche Verklärung Christi in Forchheim sowie am anschließenden Empfang in Pfarrheim teilzunehmen.
Der ökumenische Gottesdienst, welcher von Pastoralreferent Dietmar Denzler, Gemeindereferent Horst Schmid und Pfarrer Enno Weidt vorbereitet wurde, griff das Flüchtlingsthema unter dem Motto "Die Bibel - ein Flüchtlingsroman" auf. Enno Weidt betonte, dass das Alte Testament regelrecht durchzogen sei von einem Doppelgebot der Flüchtlingsliebe. Immer wieder schärfe Gott ein: Die Fremdlinge sollst du nicht bedrängen und bedrücken! Und gleichzeitig wird die Not der einen gegen das Elend der anderen nicht ausgespielt, indem Witwen und Waisen - den Hartz-IV-Empfängern der Antike - genauso geholfen werden soll wie den Flüchtlingen.


Dank an ehrenamtliche Helfer

Landrat Hermann Ulm dankte den Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe im Landkreis im Namen aller Mitarbeiter des Landratsamtes dafür, dass sie sich in so großer Zahl aus Überzeugung um die Probleme unserer Flüchtlinge im Landkreis kümmern. Ohne sie, so Ulm, stünden die untere staatliche Verwaltungsbehörde vor einer Hürde, die sie mit den ihr zugewiesenen Mitteln überhaupt nicht überwinden könnte.
Ulm ging auf die letzten Monate und vor allem auf die Ereignisse von Köln ein, die die öffentliche Diskussion in einer unguten Weise neu überlagerten: Ängste und Vorbehalte vor Fremden angesichts der Dimension des Flüchtlingszustroms, der Ruf zurück nach einem wieder starken Staat und nach Veränderung der Asylpolitik. Man erkenne die Unsicherheit der Verantwortlichen in Politik, Medien und Bevölkerung und der Menschen im Privaten und in der Öffentlichkeit.


Sicherheit und Perspektive

Nach wie vor sei für ihn die klare Aussage, den zu uns Kommenden zu helfen und ihnen das zu bieten, weshalb sie zu uns kommen: zunächst Sicherheit und Unterkunft, und mittelfristig, wenn Bleibeperspektiven bestehen, auch eine Lebensperspektive inmitten unserer Gesellschaft.
Diesen Gedanken schloss sich auch Alfons Galster, Zweiter Vorsitzender des Caritasverbandes, als Trägervertreter der Koordinationsstelle für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe im Landkreis Forchheim an. Galster verwies auf die Botschaft von Papst Franziskus anlässlich des Welttags der Migranten und Flüchtlinge. Migranten und Flüchtlinge seien eine Herausforderung für die traditionelle Lebensweise und brächten zuweilen den kulturellen und sozialen Horizont, den sie vorfinden, durcheinander. Für die aufnehmende Gesellschaft bedeute das, sich zu fragen, wie die Wertevermittlung und Integration gestaltet werden kann.


An die Christen gerichtet

An die Menschheit und besonders an uns Christen gerichtet, schreibt Papst Franziskus: "Tatsächlich ist ein jeder von uns verantwortlich für seinen Nachbarn: Wir sind Hüter unserer Brüder und Schwestern, wo immer sie leben. Die Pflege guter persönlicher Kontakte und die Fähigkeit, Vorurteile und Ängste zu überwinden, sind wesentliche, um eine Kultur der Begegnung zu betreiben, in der man nicht nur bereit ist zu geben, sondern auch von den anderen zu empfangen. Die Gastfreundschaft lebt ja vom Geben und vom Empfangen."
Bevor die Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe zum Imbiss eingeladen wurden, trug der Weltgebetschor aus Ebermannstadt Lieder aus verschiedenen Erdteilen vor. red