Anette Schreiber Oberhaid wächst und gedeiht. Kaum erschlossen, ist auch das jüngste Baugebiet "Mahlrain-Nord" schon wieder bebaut. Vor allem junge Familien zieht es nach Oberhaid, oder sie wollen einfach in ihrer Heimat bleiben. Dieses Wachstum bringt entsprechend viele junge, kleine und kleinste Gemeindebürger in den Ort. In Kürze erfolgt am kirchlichen Kindergarten Maria Hilf der Spatenstich für den Anbau einer Krippe. Ein 1,2 Millionen-Projekt. Ebenfalls in diesem Jahr soll am gemeindlichen Kindergarten "Regenbogen" gleichfalls eine Krippe angebaut werden. Und schon zeichnet sich auf dem Sektor Kinderbetreuung weiterer Bedarf ab - für eine zusätzliche Gruppe im "Regenbogen"-Kindergarten.

Denn der hat eine Betriebserlaubnis für 100 Kinder, betreut derzeit auf der Basis einer Ausnahmegenehmigung aber 107 und wird im Herbst auf etwa 125 bis 130 Kinder anwachsen. Eine Lösung muss schnell her. Theoretisch hätte man den Platz für einen weitern Anbau. Für Bauwerke ist jedoch Vorlauf erforderlich. Es kann durchaus zweieinhalb Jahre von der Planung bis zur Inbetriebnahme dauern. Benötigt werden die Plätze aber bereits im Herbst. Was tun?

Keine Containerlösung

Bürgermeister Carsten Joneitis (SPD) erteilte dem Gedanken an eine Containerlösung eine Absage und schlug dem Gemeinderat stattdessen vor, die Gruppe in Räumen der Mittelschule unterzubringen. Diese befindet sich in der gleichen Straße wie der Kindergarten. Außerdem gibt es nach dem Bau des Kinder-, Jugend- und Kulturhauses freie Kapazitäten im Parterre des Schulhauses. Überdies befindet sich in unmittelbarer Nähe bereits ein öffentlicher Spielplatz. Joneitis gab auch zu bedenken, man könne nicht vorhersagen, ob in zehn Jahren noch so viele Plätze nötig sind.

Als großen Vorteil sieht der Bürgermeister jedenfalls die Möglichkeit, nötige Umbaumaßnahmen zeitnah vornehmen zu können. Er rechnet für alles Erforderliche mit Kosten von rund 80 000 Euro. Im Vergleich zu einem Anbau, der geschätzt wohl auf das Zehnfache kommt.

Dass die Lösung mit der Mittelschule eine sinnvolle und auch praktikable sein kann, führte die Leiterin des "Regenbogen"-Kindergartens, Hannelore Utecht-Bauer , aus. Ohne Bildung einer fünften Kindergartengruppe würde man Kindern und Eltern nicht gerecht, das Personal überfordern. Man müsse zwar mit hohen Auflagen rechnen, einen separaten Eingang schaffen, sanitäre Anlagen anpassen und auch am Spielplatz noch etwas ändern. Sie sei jedoch überzeugt, dass die Schullösung funktioniert. Mit dem Zusatz: "Wir brauchen natürlich auch Personal."

"Das ist eine vernünftige Lösung", zeigte sich Zweiter Bürgermeister Peter Deusel (UBV) überzeugt. Weil man sofort handeln könne. Otmar Schels (CSU) wollte wissen, ob diese Lösung für die Leitung machbar sei, was die Leiterin bejahte. Einstimmig segnete das Gremium die Unterbringung in der Schule ab.

Dass Derartiges funktionieren kann, zeigt indes der Blick zu den Nachbarn auf der anderen Mainseite: Bischberg hat vor wenigen Jahren eine Gruppe des "Vogelberg"-Kindergartens in die gleichfalls benachbarte Mittelschule ausgelagert. Wie Bischbergs Bürgermeister Johann Pfister (BI) dazu auf Nachfrage des FT ausführt, hatte es im Vorfeld Bedenken gegeben. Aber in der Praxis sei man mit dieser Lösung gut gefahren. "Es war ein Erfolg." Wohl so einer, dass seit Herbst wieder eine "Vogelberg"-Gruppe in der Mittelschule ist.

Allerdings merkt Pfister dazu auch an, dass bei der ersten Auslagerung nur ein geringer Aufwand erforderlich gewesen sei. Inzwischen seien jedoch die Auflagen höher und die Bestimmungen mehr geworden.