Dass die für den Landkreis Haßberge katholische Diözese momentan "klamm" ist, wenn es um die Frage der Zuschüsse für Sanierungen von Gotteshäusern geht, das wurde mit dem Fall Oberschwappach klar.

Kalt erwischt in Knetzgau

Hier hatte die Kirchengemeinde die Sanierung in Angriff genommen, dafür fleißig Pläne erstellt und sogar eine Orgel gekauft, bis Anfang August das Bau-Moratorium aus Würzburg die ganze Aufbruchstimmung jäh zerstörte. Kein Zuschuss, Baustopp. Nach einem Sturm der Entrüstung in Knetzgau, wobei auch Bürgermeister Stefan Paulus den Oberschwappachern den Rücken stärkte, besann man sich in Würzburg eines Besseren und sicherte zumindest zu, dass ab 2022 Oberschwappach mit zu den ersten gehöre, deren Barbarakirche dann angepackt wird. Die Kosten für die monatliche Einlagerung der Orgel übernimmt die Diözese auch. Nun wurden in der Jahresauftakt-Pressekonferenz Zahlen für die aktuell im Bau befindlichen Baumaßnahmen genannt. Dazu gehörte bis vor Kurzenm auch die Nikolauskirche in Sand, die von Grund auf neu konzeptioniert und mit Hilfe vieler ehrenamtlicher Kräfte in Sand hergerichtet wurde.

Rund 27,4 Millionen Euro plant die Diözese Würzburg im Jahr 2020 für die Erneuerung und Instandhaltung von Gotteshäusern und kirchlich genutzten Gebäuden sowie Schulen und Kindertagesstätten in ganz Unterfranken ein. Das teilte stellvertretender Bischöflicher Finanzdirektor Andreas Hammer am Mittwoch mit. Damit verwendet das Bistum 12,33 Prozent des Gesamthaushalts für Baumaßnahmen. 2019 hatte das Bistum rund 31,7 Millionen Euro eingestellt (14,3 Prozent des Gesamthaushalts).

Frühestens 2021 spürbar

Das aktuelle Bau-Moratorium könne sich im Haushaltsplan 2020 noch nicht auswirken. "Wir erwarten frühestens ab dem Haushaltsjahr 2021 spürbare finanzielle Auswirkungen als Entlastung. Bauprojekte erstrecken sich regelmäßig über mehrere Jahre. ... Der aktuelle Haushaltsplan sieht daher Ausgaben für bereits abgeschlossene und laufende Vorhaben vor, die zu Ende gebracht werden müssen", sagte Hammer. Generalvikar Thomas Keßler führte aus, dass bis 2022 durch die Diözesanbaukommission nur Notmaßnahmen und Maßnahmen wegen staatlichen und behördlichen Auflagen zum Aufrechterhalten der Betriebserlaubnis genehmigt würden.

"Die Zeit des Moratoriums soll genutzt werden, um die Erfassung und Bewertung der Gebäude auch im Blick auf die Schwerpunktsetzung der künftigen pastoralen Strukturen durchzuführen", erläuterte er. Die Erfassung der Gebäude läuft gerade im Dekanat Würzburg-Stadt.

"Dass dieses Moratorium Gemeinden schmerzt, ist verständlich. Aber es führt kein Weg daran vorbei. Die Finanzsituation des Bistums fordert eine solche Maßnahme", betonte Keßler. Einzelne Bauprojekte seien nach 2022 verschoben, jedoch nicht abgelehnt. Denn: "Wir fahren langsamer. Wir müssen nach der Gebäudeerfassung genau festlegen, was in den Gemeinden benötigt wird, was künftig saniert wird und wo wir uns von Immobilien trennen müssen. Ich bin überzeugt, dass uns eine Verschlankung fitter und freier macht für unsere Kernaufgabe, die Verkündigung des Evangeliums." Zugleich versicherte er, dass alle Entscheidungen mit den vor Ort verantwortlichen Gremien getroffen würden.

Rund 14,8 Millionen Euro der Ausgaben für Bauprojekte kommen nach den Worten des stellvertretenden Finanzdirektors den Kirchenstiftungen als Träger der Gotteshäuser und sonstigen der Seelsorge dienenden Gebäuden zugute. Als Beispiele nannte Hammer das sozial-karitative Zentrum Sankt Anton in Schweinfurt, die Gotteshäuser in Sand am Main und in Gelchsheim.

Geld für die Kinderbetreuung

Ferner würden Baumaßnahmen für Kindertagesstätten und Kindergärten mit 4,5 Millionen Euro gefördert. Für Bauvorhaben des Diözesan-Caritasverbandes gewährt die Diözese einen pauschalen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro. 6,6 Millionen Euro werden im Haushalt für Bauvorhaben auf Diözesanebene zur Verfügung gestellt (Matthias-Ehrenfried-Haus in Würzburg, 4,5 Millionen Euro) sowie 1,3 Millionen Euro für kirchliche Schulen. pow