Mehr als 50 Teilnehmer zeigten im Landgasthof Detsch ihr Interesse am zweiten Kirchenstammtisch, der sich mit kirchlichen wie weltlichen Themen in offener Aussprache und reger Diskussion beschäftigte. Die "Haache Stöckraache" umrahmten den Abend, der spannend verlief, musikalisch.

Zunächst musste Pater Waldemar Brysch aus dem Oblatenkloster, Leitender Pfarrer des Seelsorgebereiches "Unteres Haßlachtal", gestehen, eine Wette aus der ersten Stammtischrunde verloren zu haben: Er übergab der Gewinnerin Daniela Konrad den Wetteinsatz von 50 Euro.

Als Impuls für den Einstieg in das Thema "Wo ist Gott?" wurde der Kurzfilm "Am seidenen Faden" gezeigt. Dieser zeigt die Geschichte eines Bergsteigers, der nachts in einer technisch anspruchsvollen Felswand zum zweiten Mal abstürzt. Am Sicherungsseil hängend, wendet er sich verzweifelt an Gott und bittet ihn um Hilfe. Als dieser ihn auffordert, das Seil durchzuschneiden, traut er sich nicht, dieses zu kappen, und erfriert einen Meter über dem rettenden Boden.

Bürgermeister Rainer Detsch berichtete von gesellschaftlichen Veränderungen, die in der Politik und auch in der Kirche Auswirkungen zeigen. Beeindruckend wirkten auf Detsch die Offenheit und konstruktive Auseinandersetzung mit Themen beim Kirchenstammtisch. Er sprach von einer Stärkung der Kirchengemeinde im unteren Haßlachtal. Hier werde Kirche wahrgenommen als ein Ort, an dem Gemeinschaft erlebbar ist.

Bei den zahlreichen Wortmeldungen wurden auch Antworten durch die Kirche auf die Fragen des Lebens angesprochen und ansprechende Themengottesdienste sowie Gemeinschaftserlebnisse gewünscht. Besonders für die Generation der 25- bis 40-Jährigen sollte es ein kirchliches Angebot geben, das sie in dieser Lebensphase unterstützt. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass in dieser Lebensphase christlicher Glaube und religiöse Erfahrungen an die Kinder und damit an die nächste Generation weitergegeben werden. Ähnliches gelte für die Jugend, die nicht schlechter oder besser sei als frühere Generationen und von der vieles, was sie tagtäglich erlebt, kritisch hinterfragt werde. Diese Jugendlichen hätten genauso ihre Fragen und suchten nach ihrem Weg.

Dieser offene, teilweise sehr persönliche Austausch unter den Besuchern des Kirchenstammtisches erfolgte in einer offenen Atmosphäre, in der auch emotionale Betroffenheit und innere Anteilnahme unter den Besuchern zu spüren war und keine Wortmeldung zerredet wurde. eh