Am vergangenen Samstag tagte die Synode des evangelischen Dekanats Michelau zum ersten Mal in ihrer neuen Amtszeit (2019 bis 2025) im Martin-Luther-Gemeindezentrum. Der Tag begann mit einem Gottesdienst mit Abendmahl in der Johanneskirche, bei der die Synodalen von Dekanin Stefanie Ott-Frühwald in ihr Amt eingeführt wurden.

Bei der anschließenden Tagung im Gemeindezentrum wurde das Präsidium der Dekanatssynode und des Dekanatsausschusses gewählt. Dieser setzt sich aus Pfarrern sowie Ehrenamtlichen zusammen und bildet in den kommenden sechs Jahren das geistliche Leitungsgremium im Dekanat. Folgende Kirchenvorsteher wurden in den Dekanatsausschuss gewählt: Martin Fritz (Bad Staffelstein), Daniel Kalkus (Lichtenfels), Ute Herold (Michelau), Salome Porzelt (Herreth), Beate Bauer (Buch am Forst), Waltraud Leppert (Zapfendorf), Marina Grämer (Heilgersdorf) und Ursula Trinkwalter (Strössendorf). Ersatzleute sind Elke Paustka (Gleußen) und Stephanie Voit (Gemünda). Weitere Mitglieder im Dekanatsausschuss sind Pfarrerin Tanja Vincent (Schney), Pfarrer Helmut Bautz (Kur- und Urlauberseelsorger), Pfarrer Tobias Knötig (Heilgersdorf) und Pfarrerin Kathrin Neeb (Gemünda).

Dem Präsidium der Dekanatssynode gehören Dekanin Stefanie Ott-Frühwald, ihre Stellvertreterin Pfarrerin Anne Salzbrenner und die beiden Ehrenamtlichen Dorothea Benecke und Friedrich Flierl an.

Drei Dekanate in Oberfranken

Ute Baumann berichtete vom Projekt "Kirchenpost". Vier Jahre lang wurde die "Kirchenpost" bereits in zwei Dekanatsbezirken erprobt. Die Ergebnisse der ersten Testphase waren so vielversprechend, dass die zweite Projektphase auf 13 von 66 Dekanatsbezirken der evangelischen Landeskirche Bayern ausgeweitet wurde.

Auch das Dekanat Michelau hatte sich um eine Teilnahme an der Phase 2018 bis 2022 beworben und gehört mit Coburg und Münchberg zu den drei von insgesamt 15 oberfränkischen Dekanaten, die dafür ausgewählt wurden. Den ersten Brief haben die Mitglieder zum Reformationstag am 31. Oktober letzten Jahres bereits erhalten.

Ziel: den Kontakt halten

Mit den Briefen und Mailings möchte die evangelische Kirche in Bayern den Kontakt zu ihren Mitgliedern halten und stärken. Es geht aber auch um den Kontakt zu den Mitgliedern, die sich in Distanz zur Kirche befinden, erklärte Ute Baumann. Glückwünsche sendet das Dekanat auch zum 18. Geburtstag und bei der Geburt eines Kindes (mit der Erinnerung, es doch taufen zu lassen) oder es bringt sich bei neu zugezogenen Mitgliedern in Erinnerung. Die Briefe sind jeweils dem Anlass entsprechend gestaltet. Beispielsweise erhalten Neuverheiratete eine Einladung zum Valentinstag. Ein Mailing weist junge Leute auf ein Freiwilligenjahr hin. "Die Kirche öffnet mir sozusagen die Tür zur Welt", erklärte Ute Baumann.

Bei der anschließenden Diskussion wurde deutlich, was bereits eine großangelegte Untersuchung zum Projekt zeigte: Die Kirchenpost wird unterschiedlich gewertet. Während die Empfänger diese durchaus positiv sehen, wird diese von den Hauptamtlichen in den Kirchengemeinden oft kritisch bewertet. Diese zeigten sich enttäuscht darüber, dass es keine höhere Teilnahmequote bei den Veranstaltungen der Kirchengemeinde gab, und äußerten die Vermutung, dass die Post ohnehin im "Papierkorb" lande und Mails zu unpersönlich seien. Dabei erhielten gerade die Internetangebote gute Werte, und die Kirchenpost spricht auch kirchenferne Mitglieder und junge Leuten an.

Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen sprach von einer "schönen Unterstützung, "die Herde auch zusammenzuhalten". Wer nicht heiratet, sich über die Geburt eines Kindes freuen kann, umzieht oder volljährig wird, erhält dagegen jährlich einen "Gruß zum Kirchenjahr". Die nächste Post ist im kommenden Advent vorgesehen. Weitergehende Fragen zum Projekt "Kirchenpost" beantworten Pfarrerin Kathrin Neeb und Dekanatssekretärin Bianka Reitz.

Jubiläum der Johanneskirche

Am Sonntag, 7. Juli, feiert die Johanneskirche in Michelau ihr 200-jähriges Bestehen. Zum Festgottesdienst wird Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm erwartet. Bereits am Samstag, 11. Mai, findet ein Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Schulkind-Betreuung statt. gvö