Seit dem 1. September sind vier von 16 Pfarrstellen des Dekanatsbezirks nicht besetzt. "Wir waren sehr enttäuscht, dass sich weder für Ludwigsstadt noch für Tettau ein Pfarrer oder eine Pfarrerin im Probedienst gewinnen ließ", bedauerte Dekanin Dorothea Richter in ihrem Jahresbericht. Beiden Gemeinden hatte Regionalbischöfin Dorothea Greiner Hoffnungen gemacht, dass spätestens diesen Herbst jemand käme.

In Kronach ist durch den Weggang von Pfarrer Martin Gundermann nach Bayreuth die zweite Pfarrstelle nicht besetzt. "Er hat über 15 Jahre in Kronach gewirkt und war ein Pfarrer, der von allen Generationen sehr geschätzt wurde", zeigte sich die Dekanin sicher. Zum Glück gebe es einen Nachfolger: Pfarrer Achim Gerber, der zum 1. Juni 2019 nach Kronach komme. Für Küps hatte der bereits ernannte Pfarrer Ralph Utz die Stelle wegen des kontaminierten Pfarrhauses nicht angetreten.

Im Januar konnte Dorothea Weigelt als neue Prädikantin in Pressig eingeführt werden. Mit großem Elan habe seit September Religionspädagogin Harriet Eisentraut ihre Aufgabe als neue Schulreferentin angepackt. Pfarrer Andreas Heindl hat die Funktion des Beauftragten für die Notfallseelsorge von Pfarrer Gerald Munzert übernommen. Die Springerkraft für Vertretungen in den Kitas des Dekanatsbezirks, die Erzieherin Margret Leipold, wurde nach drei Jahren höchst anerkannter Tätigkeit durch die Erzieherin Leah Geuther abgelöst. Zu beklagen gab es die Todesfälle von Isabella Foltin, Pfarrfrau in Burggrub, am 21. Oktober 2017 und Sonja Dalski, Vertrauensfrau des Kirchenvorstands Fischbach, am 26. April 2018.

Haushalt beschlossen

Richter blickte voraus auf kommende Ereignisse: Am 13. Oktober wird mit Mozarts Krönungsmesse das 15-jährige Jubiläum des Dekanats-Chors gefeiert. In diesem Zusammenhang stellte die Dekanin das von der Regionalbischöfin ins Leben gerufene Leader-Projekt vor. Es geht um die "Erschließung der Markgrafenkirchen" in Oberfranken - vor allem mit EU-Mitteln zur Förderung der ländlichen Entwicklung. Knapp 700 000 Euro werden für das Projekt bereitgestellt, davon kommen etwa zwei Drittel von der EU.

58 Kirchen im Markgrafenstil sollen zwischen 2018 und 2022 spirituell, kulturell, touristisch und wissenschaftlich erschlossen werden. Seitens des Dekanatsbezirks sind Seibelsdorf, Ludwigsstadt, Lauenstein, Ebersdorf und Unterrodach beteiligt. Der Haushalt 2018 des Dekanatsbezirks einschließlich Effelter Mühle wurde mit 539 255 Euro in Einnahmen und Ausgaben beschlossen sowie die Jahresrechnung 2017 mit Einnahmen von 618 768,10 Euro und Ausgaben von 574 766,86 Euro. Nach erfolgter Vergabe aus Mitteln der Ergänzungszuweisung sind derzeit knapp 110 000 Euro verfügbar. Für 2019 wird eine Zuweisung von knapp 31 000 Euro erwartet. Einschließlich der Zinsen hätte man dann 143 000 Euro zu verteilen.

"Überall im Dekanatsbezirk wird renoviert, neu gebaut, auch abgerissen", verdeutlichte die Dekanin, die auf Kirchenrenovierungen in Burkersdorf, Fischbach, Unterrodach und Langenau verwies. Dazu kämen kleinere Maßnahmen wie die Kirchenstützmauer in Nordhalben, die Dachstuhlsanierung in der Weißenbrunner Kirche und die Kirchenwegmauer in Ludwigsstadt. Insgesamt hatten diese Maßnahmen in 2017 und 2018 einen Umfang von 2 352 000 Euro. Die Förderung durch die Landeskirche betrug 1 089 000 Euro; 46 Prozent Zuschuss statt des üblichen Drittels. Das Sechsfache der Schlüsselzuweisungen an die Gemeinden floss somit an Zuschüssen für diese Baumaßnahmen.