Der Bedarf an Kinderbetreuung in der Stadt Coburg nimmt stetig zu. Das gilt für das Kinderzentrum Domino (KIZ) ebenso wie für das Jugendzentrum (JUZ). Das KIZ ist an fünf Tagen in der Woche geöffnet, im Jahr 2018 verzeichnet es 6 822 Besucher. Zum Vergleich: im Jahr 2014 waren noch 6 290 Besuche. "Der Bedarf ist riesig, die Mitarbeiter kommen an ihre Grenzen", berichtete Johanna Schilling vom Verein Domino im Jugendhilfesenat.

Seit September bietet das KIZ eine pädagogische Mittagsbetreuung für die Kinder der Lutherschule an. Zusätzlich besuchen Kinder auch den offenen Treff des KIZ. Durch die Vernetzung der Schule mit dem Treff verändere sich die Arbeit, gleichzeitig sei das aber auch zukunftsweisend, erläuterte Schilling. Im KIZ könnten die Kinder zwar sehr günstig zu Mittag essen, aber nicht alle Kinder nehmen dieses Angebot wahr. "Weil sie kein Geld haben oder keines von den Eltern mitbekommen", sagt Schilling. Eine Tatsache, die den Mitarbeitern nicht gefällt, denn eigentlich sollten alle Kinder am Mittagessen teilnehmen können.

Eine weiteres Problem sei die Sprachbarriere: Die Hälfte der Kinder hat eine andere Muttersprache als Deutsch. Außerdem berichtete von Schilling von einem enormen Druck, der auf den Grundschülern und besonders auf den Viertklässlern laste. "Es fließen auch Tränen", so Schilling. Hier hakte Grünen-Stadträtin und Lehrerin Martina Benzel-Weyh ein. Sie bot an, das Mittelschulsystem vorzustellen, um Eltern und Kindern die Angst zu nehmen. "Das Mittelschulsystem ist klasse. Aber wenn die Kinder zu uns in die Mittelschule kommen, müssen wir sie erst wieder aufbauen, nachdem sie zerstört worden sind."

Auch das Jugendzentrum (JUZ) wird von Jahr zu Jahr besser besucht. "Die Zahl der Besucher hat sich in fünf Jahren verdreifacht", so Schilling. Das JUZ ist an fünf Tagen die Woche geöffnet. 2018 kamen 24 258 Jugendliche, Jahr 2017 waren es noch 18 224 und im Jahr 2014 etwa 8 650 Jugendliche. Den Anstieg führt Stadtjugendpfleger Ulrich Schmerbeck auch auf die erfolgreiche Arbeit mit der Rückertschule zurück. Die Schüler bleiben demnach im Anschluss an die Arbeitsgemeinschaften im JUZ und nutzen dort die Angebote. Dort stoße man räumlich wie personell an die Grenzen.

Neuer Kinderstadtplan

Seit gut einem Jahr ist der Kinderbeauftragte Thomas Apfel im Amt. Er vertritt die Interessen aller Coburger Kinder bis 14 Jahre. Außerdem ist Apfel Ansprechpartner für Eltern, Lehrer, die Stadtverwaltung und für Kommunalpolitik. Wie Apfel berichtete, soll im kommenden Jahr der Kinderstadtplan neu aufgelegt werden und die Aktion "Die gute Fee" neu belebt werden. Apfel: "Dabei soll es um die kleinen Probleme, Sorgen und Nöte gehen. Egal, ob etwas zu trinken oder ein kurzes Telefonat." Außerdem sollen kostenlose Trinkwasserspender auf Kinderspielplätzen der Stadt Coburg installiert werden, und auch die Kinderkulturwoche sei im Jahr 2019 wieder geplant.