Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW), der Stadtjugendring Erlangen und die Stadt Erlangen haben eine Kooperationsvereinbarung zur Stärkung der Jugendbeteiligung geschlossen. Damit setzen sich der Stadtjugendring und die Stadt Erlangen laut einer Pressemitteilung des DKHW zum Ziel, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bei Angelegenheiten, die ihr direktes Lebensumfeld betreffen, umfassend zu verbessern. Das Kinderhilfswerk unterstützt den Stadtjugendring Erlangen dabei strukturell und fachlich. Außerdem fördert es das Projekt "beteiligt & dabei" in Erlangen mit 20 000 Euro.

Zentrale Bausteine der Projektförderung sind die Unterstützung bestehender Projekte und Kooperationen sowie die Implementierung des Beteiligungsformates "beteiligt & dabei". Dadurch kann die seit 13 Jahren bestehende Aktion "Nimm deinen Stadtteil unter die Lupe" durch weitere Methoden ergänzt werden. So haben beispielsweise 15 Kinder ihren Stadtteil Büchenbach mit Kamera und iPad erkundet und anschließend mit Lego und Mine-craft ihre Vorstellungen eines kinderfreundlichen Stadtteils dokumentiert.

Aktuell ist die Schulung weiterer ehren- und hauptamtlicher Mitarbeiter für diesen Bereich geplant. In Vorbereitung ist zudem eine Mitmachausstellung im Sommer, bei der im Rathaus die Ergebnisse aller Beteiligungsaktionen aus den Jahren 2018 und 2019 präsentiert werden, sowie einige weitere Fortbildungen und Aktionen mit Kindern und Jugendlichen.

"Das Recht auf Beteiligung ist in Artikel 12 der UN-Kinderrechtskonvention verbindlich festgeschrieben. Leider wird die UN-Kinderrechtskonvention auch an dieser Stelle noch viel zu selten umgesetzt. In Erlangen ist in den letzten Jahren in dieser Hinsicht schon eine Menge erreicht worden, und wir freuen uns, jetzt gemeinsam mit dem Stadtjugendring Erlangen die Jugendbeteiligung vor Ort konkret weiter zu verbessern. Zahlreiche Studien zeigen, dass Beteiligung hilft, Kinder und Jugendliche stark zu machen und negative Armutserfahrungen auszugleichen. Das funktioniert aber nur im Zusammenspiel mit engagierten Kommunen, gut ausgebildeten Fachkräften und mit ausreichenden zeitlichen Ressourcen zur Umsetzung der Beteiligungsprozesse. Wir hoffen, dass wir in Erlangen mit der Kooperation einen großen Schritt vorankommen", betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerks.

Andreas Drechsler, Vorsitzender des Stadtjugendrings Erlangen, freut sich besonders, dass durch die Unterstützung des Deutschen Kinderhilfswerks parallel zur Konzeptionserstellung "beteiligt & dabei" Methoden wie Minecraft erprobt und auf ihre Wirksamkeit getestet werden können. "Der Einsatz von Lego als Methode der Stadtplanung auch im Bereich der Erwachsenenbildung innerhalb der 11. Integrationskonferenz gibt uns Recht und bestätigt den gemeinsam eingeschlagenen Weg." red