Lucas Väth ist sich nicht ganz sicher: "Es ist, glaube ich, das erste Mal dass wir so etwas machen", meint er. Aus seiner Sicht hat der Schüler der sechsten Klasse vollkommen Recht, denn als die Schülerinnen und Schüler des Ganztagszweiges am Münnerstädter Schönborn-Gymnasiums das letzte Mal einen derartigen Lauf gestartet hatten, war Lucas noch nicht an der Schule und auch Schulleiter Joachim Schwigon noch nicht im Amt. "Und ich bin jetzt das siebte Jahr hier, sagt der Oberstudiendirektor. Des Rätsels Lösung: Es ist fast zehn Jahre her. Damals starteten die Schülerinnen und Schüler am Studienseminar St. Josef. Das ging diesmal wegen der BBZ-Baustelle nicht. Und so wichen sie auf den Bolzplatz in der inneren Lache aus. Profitieren von der Aktion werden Kinder in Not.


Sponsoren gescuht

Gute Stimmung herrschte schon vor dem Event. Kein Wunder, das Wetter passte und der Nachmittagsunterricht fiel ins Wasser. Da kann man schon einmal ein paar Runden drehen. "Die Kinder haben sich im Vorfeld Sponsoren gesucht, und einen festen Beitrag pro gelaufenen Kilometer vereinbart", erläutert Erzieherin Elke Keim-Ruck. Eine Stunde hatten sie dafür Zeit. Zuerst starteten gut 70 Mädchen, dann etwa genau so viele Jungen von den fünften bis neunten Klassen. Die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klassen kümmerten sich mit den Erziehern um das Organisatorische.
Unter drei Hilfsprojekten wird das erlaufene Geld aufgeteilt. Das ist die "BLLV-Kinderhilfe", die in vielen Ländern der Welt für Kinder in Not Schulen und Krankenhäuser baut. "Save the Children" sammelt Spenden für Kinder in Not und hat beispielsweise im letzten Jahr während der extremen Dürre in Ostafrika Kindern mit Lebensmitteln, Trinkwasser und Medikamenten ausgeholfen. Der "Dachverband Clowns in Medizin und Pflege Deutschland" schließlich sorgt dafür, dass Clowns verschiedene Einrichtungen besuchen und so für ein paar Augenblicke die Ängste und Sorgen vertreiben und den Lebensmut stärken.


Guter Start

Wie viel Geld am Ende zusammengekommen ist, stand am Dienstag noch nicht fest. "Das ist sehr aufwendig, weil wir alles je nach Rundenzahl zusammenrechnen müssen", sagt Elke Keim-Ruck. Aber nach Auszählung der beiden fünften Ganztagsklassen stand fest, dass allein sie 770 Euro beigetragen haben. Die Jüngeren seien am eifrigsten, weiß die Erzieherin, weshalb sie die Summe nicht hochrechnen möchte. Aber weit über 1000 Euro werden es ganz sicher sein.
30 davon hat Lucas Väth beigesteuert. Als Sponsor hat er seinen Papa mit 20 Euro gewinnen können, die beiden Omas haben je fünf Euro gegeben. "Es laufen auch ein paar Lehrer mit", sagt Joachim Schwigon. Zu denen gehört Christian Stoßberg. Gleich fünf Sponsoren hat er aufgetrieben, die zusammen 200 Euro gaben. Genau wie Lucas Väth hat Christian Stoßberg aber einen Festbetrag vereinbart, egal wie viele Runden er läuft. "Minimum ist eine Runde", sagt er. "Es geht nicht um die Leistung, sondern um den Event an sich." Ähnlich locker sahen das auch Joachim Schwigon und sein ständiger Stellvertreter, Jens Hupfer. Sie feuerten die Läuferinnen und Läufer an. "So etwas bringt viel mehr als ein Sportfest", sagte Joachim Schwigon.
Weil so ein Lauf auch anstrengend ist, wurden die Kinder mit Getränken und Obst versorgt. Sehr dankbar sind die Veranstalter den Münnerstädter Geschäftsleuten. Erzieherin Bianca Seufert hatte überall nachgefragt und Getränke, Obst, sowie Preise für die besten Läufer zur Verfügung gestellt bekommen.