"Tradition schlägt jeden Trend" - dieses Motto ist heuer auf den Kirchaicher Kerwa-T-Shirts zu lesen. Solche Shirts tragen jetzt auch die Kinder; und was Kirchweihtradition ist, das lernen sie schon im Kindergarten. Immer schon einen Tag vor den "Großen" stellen sie ihren eigenen Kirchweihbaum an der Kindertagesstätte Sankt Josef auf.

Bevor sie in die benachbarte Christbaumkultur zogen, eigenhändig ein Bäumchen sägten, es mit bunten Fähnchen schmückten und dann stolz mit dem Bollerwagen durch den Ort zogen, hatten sie von ihren Erziehern gelernt, dass der Kirchweihbaum seinen Ursprung eigentlich in den Bräuchen zum Maibaum hatte. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war er noch ein offizielles Rechtssymbol und Garant für einen friedlichen Ablauf des Kirchweihfestes. Die Bürger wurden zu Frieden und Einigkeit verpflichtet. "Polizeirechtlich ist die Bedeutung zwar nicht relevant, aber eine charmante Idee bleibt es dennoch", sagt der Leiter Julian Bayer. Als der Kirchweihbaum mit vereinter Kraft aufgerichtet war, feierten die Kinder im Garten der Kindertagesstätte. sw