Am Mittwoch, 6. November, erschien in unserer Zeitung ein Leserbrief von Reinmund Dütsch mit dem Titel "Die Gemeinde Kemmern muss die Zeche bezahlen". Dieser Leserbrief enthält falsche Tatsachenbehauptungen, wie Erster Bürgermeister Rüdiger Gerst (CSU) mitteilt. Nachfolgend eine Stellungnahme des Gemeindeoberhaupts:

Reinmund Dütsch, der Zweiter Vorsitzender der Wählergruppe "Zukunft für Kemmern" (ZfK), ist, schrieb: "Man (gemeint die Bahn) bekam fast kostenlos eine Infrastruktur zum Trassenbau für die neue Bahnverbindung hingestellt." Dies ist falsch. Fakt ist, die Bahn hat nichts hingestellt bekommen, sondern die Bahn war der Bauherr der Wirtschaftwegebrücke. Die Bahn hat ein Drittel der Gesamtkosten, und zwar 1 629 000 Euro, zu zahlen. Die Gemeinde Kemmern hat nach gesetzlichen Vorgaben ebenfalls einen Drittel-Anteil zu zahlen, erhält aber im Ergebnis entsprechender Verhandlungen erhebliche Zuwendungen. Nach deren Abzug verbleiben rund 300 000 Euro Kosten bei der Gemeinde Kemmern. Dies entspricht lediglich circa sechs Prozent der Gesamtkosten. Also bekommt, wenn man solche Formulierungen überhaupt bemühen möchte, gemessen am Gesamtkostenvolumen eher die Gemeinde Kemmern "Infrastruktur hingestellt".

Weiterhin schreibt der Verfasser des Leserbriefs: "Auch die Folgeschäden, die unweigerlich durch die Nutzung der schweren Lkw mit ihrer tonnenschweren Beladung entstehen werden, übernimmt großzügig die Gemeinde Kemmern. Denn für Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten ist die Gemeinde zuständig."

Gemeinde trägt keine Baulast

Auch dies ist falsch. Hierzu muss man wissen, dass die Brücke sich noch immer in der Baulast der Bahn befindet, die Gemeinde Kemmern hat die Brücke noch gar nicht übernommen und trägt demzufolge noch gar keine Baulast daran.

Und die Gemeinde Kemmern, sowie das Staatliche Bauamt Bamberg, mit dem Kemmern sich dann, anders als im Leserbrief dargestellt, die Unterhaltslast teilen wird, werden die Brücke selbstverständlich nur in einwandfreiem Zustand übernehmen.

Zudem ist die Brücke nach Konstruktion und Bau für schwere Lasten durchaus geeignet, denn es müssen auch die forstwirtschaftlichen Lasttransporter darüberfahren können.

Weiterhin behauptet Herr Dütsch, "... dass kein Bürger dieses Bauwerk (...) gewollt hat, sondern nur eine vernünftige Möglichkeit, in das Areal um die Muna zu gelangen - und schon gar nicht, um Infrastruktur für die Bahn zu schaffen."

Tatsächlich kann hiervon keine Rede sein. Fakt ist: Im Planfeststellungsverfahren hat es fast 500 Eingaben aus der Bevölkerung gegeben, die eine entsprechende Ersatzmaßnahme für den aufzulassenden Bahnübergang gefordert haben.

Diese Lösung entspricht also dem Willen der Bürger von Kemmern.

Diese Brücke ist genau das dem Eisenbahnkreuzungsgesetz entsprechende Ersatzbauwerk für den im Zuge des ICE-Ausbaus beseitigten Bahnübergang Kemmern, um weiterhin die östliche Gemarkung Kemmern erreichen zu können.

Und die verwirklichte Lösung entspricht in ihrer Dimensionierung den gültigen Normen, die nun mal zugrunde zu legen sind. Außerdem erwies sich die gebaute Ausführungsvariante nach intensiver Prüfung des Bundes als einzige realisierbar und damit auch von Seiten des Bundes genehmigungs- und förderfähig.