Franz Besolds frech-witziger Auftritt bildete den Höhepunkt des als Weiberfasching veranstalteten Frauenfrühstücks des Katholischen Frauenbundes Ebensfeld im Pfarrheim.

Mit spitzer Zunge hatte zunächst Roswitha Hofmann vom Frauenbund in einem selbst verfassten Gedicht die schleppend verlaufende Gleichberechtigung in der Kirche angeprangert: "Dem Klerus sind die Frauen von großem Nutzen, um wie von Gott berufen - die Kirche zu putzen." Und weiter hieß es in Reimform: "Wir wollen nicht alles verändern und auf den Kopf stellen, aber uns gleichwertig zu den Kirchenmännern dazu gesellen."

Allerlei Schmackhaftes bot das Büfett. Einzig die kunstvoll aus Butter gefertigte "Maus" blieb unangetastet, die fanden die Gäste einfach zu schade zum Essen.

Politik und Gesellschaft im Visier

Dann betrat eine riesige Kellerassel das Pfarrheim. In diese Rolle schlüpfte nämlich Franz Besold. Dem Frauenbund war es gelungen, den Konditormeister, der im vergangenen Jahr den "Frankenwürfel" als besondere Auszeichnung erhalten hatte, für einen Auftritt beim Frauenfrühstück zu gewinnen. Besold, in Fastnachtskreisen bekannt als "Till aus Weismain", stellte unter Beweis, warum er sogar schon in der Faschingshochburg Mainz auftreten durfte, und überzeugte mit gelungenem Witz. Das Publikum amüsierte sich köstlich über Besolds Seitenhiebe auf Politik und Gesellschaft.

So bekam der Bundesverkehrsminister gleich zu Beginn von "Kellerassel Franz" sein Fett ab: "Es ist nun mal mein Lebenszweck / ich wühle ach so gern im Dreck / stört euch auch nicht daran, was hier verpufft / war Scheuers Maut, nur heiße Luft / und lange dauert es bestimmt nicht mehr / dann fliegt der Scheuer hinterher."

Auf uns alle gemünzt war sein gereimtes Statement auf die immer noch weit verbreitete Geiz-ist-geil-Mentalität im Nahrungsmittelbereich: "Auch wenn er stinkt, der ganze Mist / wir woll'n doch, dass sie (die Kuh, Anm. d. Red.) glücklich ist / doch liegt die Wurst dann im Regal / dann ist es uns doch schnurzegal, woher sie kommt, aus welchem Kreis / wichtig ist doch nur der Preis."

Auch über einen bürokratischen "Geniestreich" lästerte Besold: "Für jedes Brötchen Einkaufsbons, die zu nichts und gar nichts taugen / wenn sie doch dreilagig wären, könnt' ich sie noch gebrauchen."

Greta Thunberg würde er gern einmal nach Oberfranken einladen: "Schickt sie doch hierher zur fränkischen Fasenacht / damit das Mädchen auch mal lacht / ich fände dies so richtig prima / das tät' ihr gut und auch dem Klima."

"Der erste Ami auf dem Mars"

Was den amtierenden US-Präsidenten anbelangt, nahm Besold am Ende seines Auftritts als "Kellerassel Franz" ebenfalls kein Blatt vor dem Mund: "Bei all dem Müll und dem Geschlamp, der letzte Reim gilt Donald Trump." Diesem würde Besold gerne ein ganz besonderes One-Way-Ticket spendieren: "Die ganze Welt in Atem hält dieser Wichtigmacher / steckt ihm in seinen Hintern doch einen großen Chinakracher / und schwupsdibumms wär' dieses Aas / der erste Ami auf dem Mars."

Nach einer kurzen Pause, kehrte Besold mit Bermudashorts und Strohhut auf die Bühne zurück, und zwar als Urlauber am Gardasee, der vor fast nichts Bammel hat - mit einer Ausnahme, wie er wissen lässt: "Nur bei einer Sache wird mir im Magen flau: Ich habe Angst vor meiner Frau." Letztgenannten Halbsatz sprachen die bestens unterhaltenen Zuhörerinnen von nun an als Schlussteil jedes weiteren Verses lautstark mit.

Zum Ende zog Besold dann verbal die Reißleine und meinte beschwichtigend: "So viel Angst hab ich dann doch nicht, ich wollte euch nur Freude bringen / und hoff', es konnte mir gelingen."

Und wie es das tat. Die Frauen spendeten lautstarken Applaus. Vom Frauenbund wurde ihm ein Biertragerl als Dank überreicht.