Der Hetzleser Bürgermeister Franz Schmidtlein (BHH) hat im Gemeinderat über die Ermittlungen zur Einleitung von Abwasser in Honings und deren Problematik berichtet. Die aktuelle Einwohnerzahl beträgt 82 Personen. Nach der Statistik liegt der Schmutzwasseranteil bei 120 Litern pro Kopf und Tag.

Hochgerechnet sind das 10,2 Kubikmeter pro Tag, mehr als die wasserrechtlich genehmigten acht Kubikmeter. Hinzu kommt das Niederschlagswasser, welches ebenfalls in den Kanal fließt.

Der Abwasserzweckverband Schwabachtal (AVS) machte in einem Gespräch deutlich, dass ein Kanalanschluss in Richtung Hetzles als schwierig angesehen wird. Eine konkrete Aussage über eine Erweiterung des Verbandsgebiets um den Ortsteil Honings wurde vom AVS nicht getroffen. Nach vorsichtigen Schätzungen müssten für die zwei Kilometer lange Strecke 700 000 Euro investiert werden.

Das Wasserwirtschaftsamt Kronach äußerte in einem Gespräch, weitere Hausanschlüsse seien von der bestehenden Einleitung fernzuhalten. Das Amt schlägt folgende Lösungen vor: Bei einer Reinigungsstufe "+H" der jeweiligen Kleinkläranlagen - neben der Kohlenstoff- und der Stickstoffelimination findet eine Hygienisierung statt, bei der vor allem Keime entfernt werden - kann eine gesonderte Versickerung erfolgen; notwendig dafür ist aber die Vorlage eines Bodengutachtens, das bestätigt, dass eine Versickerung möglich ist, unabhängig von der Kleineinleitungsgenehmigung. Weiter besteht die Möglichkeit, das bestehende Kleineinleitungsgebiet in zwei Gebiete mit unterschiedlichen Genehmigungen zu trennen. Dazu müssten genauere Prüfungen und Vorplanungen vorgelegt werden. Ebenfalls erforderlich wäre ein wasserrechtliches Verfahren, womit Kanäle angepasst und erweitert werden. Zudem ist ein weiterer Einleitungsweiher erforderlich.

Die Vertreter des Kleineinleitervereins in Honings machten deutlich, an dem System festzuhalten, möchten aber Bauwilligen dennoch eine Möglichkeit zum Bauen geben. Bevorzugt wird die Variante mit Versickerung oder eine zweite Kleineinleitung mit Einleitungsweiher. Gefordert werde, so Schmidtlein, das gesamte Schmutzwasser über eine Kleinkläranlage oder Versickerungsmöglichkeit zu entsorgen, die den anerkannten Regeln der Technik entspreche, das gereinigte Wasser in ein Gewässer einzuleiten und den Klärschlamm ordnungsgemäß zu beseitigen.

Mitglieder werden befragt

Eine konkrete Vorgehensweise gibt es noch nicht, da eine Mitgliederbefragung noch aussteht. Das Gremium beschloss, den Tagesordnungspunkt zum Thema Bauvoranfragen, die bisher abgelehnt wurden, einstimmig zu akzeptieren, unter der Voraussetzung, dass eine Versickerung des Niederschlags- und gereinigten Schmutzwassers möglich ist. Ein Bodengutachten, welches bestätigt, dass eine Versickerung am jeweiligen Bauplatz möglich ist, muss vorgelegt werden. Weiter beschloss das Gremium, um einen ausreichenden Vorlauf der Planung zu gewährleisten, dass sich der Gemeinderat 2026 mit dem Sachverhalt befassen soll, da die wasserrechtliche Genehmigung für die Kleineinleiter 2029 ausläuft.