Im Raum Kulmbach geht die Landwirtschaft gut gerüstet in die Zukunft. 22 junge Leute stehen aktuell in der Ausbildung zum Landwirt, 13 haben 2018 ihre Abschlussprüfung abgelegt. Dazu kommen drei frischgebackene Landwirtschaftsmeister, zwei Hauswirtschaftsmeisterinnen und eine geprüfte Betriebswirtin für Ernährungsmanagement.

Daneben absolvieren 20 junge Leute, die bereits eine anderweitig abgeschlossene Ausbildung haben, einen Kurs des Bildungsprogramms Landwirt. "Das alles sind Zahlen, die sich sehen lassen können", sagte Guido Winter, Leiter des Amts für Landwirtschaft in Kulmbach und Geschäftsführer des Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung (VLF) bei der Jahresversammlung im Landgasthof Geuther.

Was den landwirtschaftlichen Nachwuchs betrifft, müsse man sich keine Sorgen machen, die Zahlen seien seit Jahren stabil. Anders sehe es im VLF aus. Hier ist die Mitgliederzahl laut Winter um 20 auf 723 zurückgegangen. Ursache dafür sei der demografische Wandel. Fast 60 Prozent der Mitglieder seien älter als 65 Jahre, die unter 30-Jährigen machten gerade einmal zehn Prozent aus.

Winter appellierte an alle Mitglieder, junge Frauen und Männer für den Verband zu gewinnen, um weiterhin ein umfassendes Weiterbildungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen und Firmenbesuchen anbieten zu können.

Prominenter Gast war Bundestagsvizepräsident Hans-Peter Friedrich aus Hof. Er sprach sich dafür aus, am Leitbild der bäuerlichen Landwirtschaft festzuhalten. Im Gegensatz zur industriellen Bewirtschaftung sei damit naturnahes und verantwortungsbewusstes Handeln auch für kommende Generationen gesichert.

Friedrich sprach von gigantischen Herausforderungen, die sich schon in naher Zukunft, etwa durch die Digitalisierung, ergeben. Doch egal, wie der technische Fortschritt aussehe, im Mittelpunkt müsse stets der Mensch stehen. Die Menschen müssten mitgenommen werden, dann gebe es auch keine ethischen Probleme.

Vor dem Hintergrund der Demonstrationen am Rande der Grünen Woche in Berlin rief der Kulmbacher VLF-Vorsitzende Reinhard Kortschack die Mitglieder auf, fachfremden Aussagen entschieden entgegenzutreten. Viele Verbraucher übten ungerechtfertigte Kritik an den Produktionsbedingungen, obwohl die Landwirte bestens ausgebildet seien und allerhöchste Qualität produzierten.

Den großen Beitrag der Landwirte in Sachen Umwelt- und Naturschutz stellte Oberbürgermeister Henry Schramm heraus. Das aktuelle Volksbegehren "Rettet die Bienen" sei zwar wichtig, aber verbesserungswürdig, weil es reglementiere, statt auf Einsicht und Freiwilligkeit zu setzen.

"Die Landwirtschaft muss wieder einmal als Sündenbock der Nation herhalten", bemängelte BBV-Kreisobmann Wilfried Löwinger.

Der Erhalt der Kulturlandschaft funktioniere nicht mit Konfrontation, sondern nur mit Kooperation, so der stellvertretende Landrat Jörg Kunstmann.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Werner Bergmann aus Thurnau, Roland Bergmann aus Wonsees, Gerhard Friedlein aus Lopp, Peter Hübner aus Ködnitz, Rainer Lauterbach aus Trebgast, Werner Schmidt aus Mainleus, Christine Vetter aus Untersteinach und Norbert Wölfel aus Gumpersdorf ausgezeichnet. Stephan Herbert Fuchs