von unserem Redaktionsmitglied 
Peter Groscurth

Forchheim — Wie gut ist die Versorgung der Kinderbetreuung in Forchheim organisiert? Gibt es genügend Plätze in Kitas und Kindergärten für Jungen und Mädchen, damit deren Eltern auch arbeiten können? Der Geschäftsführer des Jobcenters, Roland Dauer, hat da so seine Schwierigkeiten. Er erklärt, vor allem Alleinerziehende würden ein besseres Angebot benötigen.

20 Uhr ist zu spät für Kitas

Denn Jobs in Geschäften würden abends häufig bis 20 Uhr gehen. Zu spät für Kitas, die meist früher schließen würden, kritisiert Dauer. Hat der erfahrene Jobcenter-Chef recht? Forchheims Oberbürgermeister Franz Stumpf (WUO/CSU) sieht hier keinen Handlungsbedarf: "Wenn, dann sehe ich nur bei wenigen Personen einen Bedarf, doch deshalb können wir bei unseren städtischen Kindereinrichtungen die Betreuungszeiten nicht ausweiten. Vielleicht gibt es ja auch Betroffene, die solche Gründe gegenüber den Sachbearbeitern im Jobcenter nur vorschieben." Gabriele Obenauf, Leiterin des Amtes für Jugend und Bildung, meint: "Wir fragen jedes Jahr die Eltern ab, ob sie zufrieden mit den Betreuungszeiten sind. Doch bei der Auswertung der Ergebnisse zeigt sich, dass wir längere Angebote eigentlich nicht brauchen."
Gegenwärtig betragen die Kosten für einen Platz im städtischen Carl-Zeitler-Kindergarten (8 bis 9 Stunden täglich) 112 Euro bzw. (9 bis 10 Stunden) 120 Euro. Kinderkrippen (Betreuung von Kleinstkinder zwischen 0 und 3 Jahren) dagegen liegen mit ihren Tarifen deutlich darüber: 275 Euro (8 bis 9 Stunden) oder 310 Euro (9 bis 10 Stunden) betragen hier die monatlichen Kosten. Heidi Reichert organisiert den "Heidis Bambini Club" - eine Kindertagespflege mit sehr flexiblen Zeiten. "Wir richten uns sehr nach den Bedürfnissen der Eltern. Nur wenn wir merken, dass Kinder nicht mitziehen, dann suchen wir mit den Beteiligten eine andere Lösung."
Die Erzieherin hatte schon öfters Kinder, deren Mütter bis abends arbeiten mussten. Zur Zeit allerdings nicht. Über die Gründe kann Reichert nur spekulieren: "Vielleicht haben einige schon resigniert oder haben sich eine Betreuung innerhalb der Familie organisiert."
Im Schneckenhaus Forchheim - einer privaten Kindertagesstätte - sind die Öffnungszeiten derzeit von 7 bis 18 Uhr. "Nach Absprache können wir aber Kinder auch länger betreuen oder sie dürfen bei uns im Kinderhotel auch übernachten", sagt die Leiterin Sandra Roth. Und auch an Samstagen zwischen 9 und 15 Uhr können sich Kinder im Schneckenhaus so richtig austoben. 39 Mädchen und Jungen besuchen zur Zeit das Schneckenhaus - 24 davon die Kinderkrippe.
Zudem wird dieses Jahr auch noch eine neue Betreuungseinrichtung eröffnet: SieKids Kindertagesstätte an der Käsröthe. Finanziert und gebaut von Siemens. So können von Frühjahr 2015 an 91 Kinder von sechs Monaten bis zum Eintritt in die Grundschule betreut werden. 67 Betreuungsplätze sind Kindern von Siemens-Beschäftigten vorbehalten. Die neue Kita, die von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben wird, hat montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr geöffnet. 8 bis 9 Stunden Betreuung kosten dort in der Kinderkrippe 375 Euro pro Monat.

Ende Januar anmelden

In der SieKids-Kita erfahren die Kinder durch die bilinguale Erziehung neben Deutsch auch Englisch und erleben Naturwissenschaft und Technik spielerisch. Die Eröffnung der Kita ist für Februar 2015 geplant. Eltern sollten sich zudem schon einmal folgenden Termin notieren: Die Anmeldewoche der Stadt Forchheim für das kommende Kitajahr findet dieses Jahr vom 26. bis 29. Januar statt.