Sie setzen sich für den Frieden in der Welt ein und erhalten das Andenken an ihre Kameraden, die für diesen Frieden ihr Leben geopfert haben: die Mitglieder des Vereins "Soldatenkameradschaft Leutenbach mit Landwehr". In einem feierlichen Festakt am vergangenen Freitag erinnerten sie sich an die Gründung und Entwicklung des Vereins, gedachten verstorbener Kameraden und ehrten langjährige Mitglieder.

Der 81-jährige Alfred Geck zum Beispiel wurde für 60 Jahre Vereinszugehörigkeit geehrt und erhielt zusätzlich das Ehrenkreuz am weißblauen Band in Gold verliehen. "Ich war erst Panzerfahrer bei der Bundeswehr und bin danach in den Kriegerverein eingetreten", erzählte Geck. Das sei aus Überzeugung gewesen. "Die Geschlossenheit hat mich begeistert, und dass viele ältere Herren dabei waren, mit denen man sich gut unterhalten konnte", erinnerte er sich; und auch daran, dass er zehn Mark im Monat verdient und alleine die Monatskarte für den Bus zur Arbeit nach Wiesenthau 5,20 Mark gekostet hatte. Der 80-jährige Franz Drummer war Fallschirmspringer bei der Bundeswehr. "Ja, das brauchte schon Schneid, um da rauszuspringen. Und wer zögerte, der bekam von hinten einen Schubs", erzählte Drummer lachend. Er stammt vom Gasthaus Drummer, dem Vereinslokal des Vereins, so war es Ehrensache, dass er nach der Bundeswehr Mitglied wurde. Das war vor 60 Jahren.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Richard Alt, Franz Götz, Georg Heid, Hans Ismeier, Konrad Roth und Georg Ruppert geehrt.

Der Vorstandsvorsitzende der "Soldatenkameradschaft Leutenbach mit Landwehr", Michael Messingschlager, begrüßte die Gäste und sein Vorgänger Igor Lamprecht führte durch das kurzweilige Programm. Schirmherr und Bürgermeister von Leutenbach, Florian Kraft (FW), freute sich, dass er zum ersten Mal in seiner Amtszeit eine Schirmherrschaft übernehmen durfte. Er zeigte sich aber auch betroffen von der Zahl von jungen Menschen, die in den Weltkriegen ihr Leben lassen mussten. Er erinnerte daran, dass wir schon lange in einer Friedenszeit leben und forderte auf, dass sich die Bürger zu einem friedlichen Europa bekennen und am nächsten Sonntag zur Wahl gehen.

Oberstleutnant Michael Kaiser führte in seinem Vortrag an, dass Ende des 18. Jahrhunderts erste Vereine als Militär- und Begräbnisvereine gegründet wurden. Der erste war 1786 der "Kyffhäuserbund" im Todesjahr von Friedrich dem Großen. In diesem Jahr wurde auch der erste Kriegerverein in Bayern gegründet; in Aying. 1872 entstand der Deutsche Kriegerbund. Man wollte sich mit den ehemaligen Feinden aussöhnen. 1938 wurden dann Soldaten-, aber auch Studentenverbindungen verboten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die Verbindungen jedoch wieder aufgebaut. Reinhold Kraft berichtete in seinem Vortrag, dass der "Veteranen-, Krieger- und Militärverein Leutenbach" am 8. Juli 1894 gegründet worden war. Die "Landwehr" gab es bereits seit 1812. "Alle Landwehrmänner waren Mitglied im Verein", berichtete Kraft und zeigte ein Bild vom Gründungsprotokoll. Konrad Drummer wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Rebellen im Nationalsozialismus

Am 20. Juli 1939 gab der damalige Landrat die polizeiliche Verfügung aus, dass der Kriegerverein Leutenbach aufgelöst wird, da die Gendarmerie-Station Kunreuth vergeblich aufgefordert hatte, dass sich die Mitglieder dem Nationalsozialistischen Reichskriegerbund anschließen. "Wir waren da Rebellen", meinte Kraft. 1954 wurde der Verein jedoch wiedergegründet. Reinhold Kraft zeigte in seiner Präsentation viele Bilder von früher bis heute.

Nach einem weiteren Musikstück der Musikkapelle Pinzberg gratulierten weitere Ehrengäste dem Verein und übergaben Michael Messingschlager Geschenke. Hans Schiener, Präsident der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung, meinte, dass jede Aktivität für Frieden und Freiheit eine sinnvolle sei. Heinrich von Pöllnitz sprach über die Wichtigkeit und den hohen Wert der Kameradschaft. Landrat Hermann Ulm (CSU) lobte das Miteinander der Generationen und Matthias Fischer von der Volksbank überreichte einen Scheck in Höhe von 500 Euro. Nach dem Ehrungsabend war die Vorstandschaft zufrieden und freute sich, dass er so gelungen war.