Führungswechsel bei den Jungsozialisten (Jusos) im SPD-Unterbezirk Coburg-Kronach: Nach Melis Karadag hat Toni Münster aus Coburg den Vorsitz übernommen. Ihm zur Seite stehen nun als stellvertretende Vorsitzende Marcel Glaser (Auszubildender aus Ebersdorf) und Stefanie Gröger (Gesundheits-und Krankenpflegerin aus Kronach). Hinzu kommen der neue Schriftführer Oliver Pieschel (Student aus Coburg-Scheuerfeld), sowie die Beisitzerinnen Marlen Dehler (Schülerin aus Dörfles-Esbach) und Vanessa Fischer (Studentin aus Coburg). Toni Münster selbst ist Brauer und stammt aus einer Familie mit langer sozialdemokratischer Tradition: Schon die Eltern und Großeltern waren in der Partei.

Als Juso gilt, wer SPD-Mitglied und unter 35 Jahren alt ist. Außerdem können junge Leute direkt Mitglied bei den Jusos werden, ohne der Partei selbst beizutreten. Die rund 100 Jusos im Unterbezirk Coburg-Kronach wollen auch bei den Kommunalwahlen 2020 mitmischen und auf den Listen der SPD gut platziert werden, wie Münster mitteilte. In Mitwitz trete mit dem 29-jährigen Oliver Kern sogar ein Bürgermeisterkandidat im Juso-Alter an.

Bürgerbegehren möglich

Eins der Themen, die die Jusos in Coburg aufgreifen wollen, ist die Diskussion um ein Hotel im Rosengarten. "Die einzigartigen Grünflächen der Coburger Innenstadt müssen wir vehement verteidigen, gerade den Rosengarten mit seinem wundervollen Charme", wird die neue Beisitzerin Vanessa Fischer in der Mitteilung des Juso-Unterbezirks zitiert. Welche Aktivitäten sie da starten wollen, lassen die Jusos noch offen. Ein Bürgerbegehren schloss Toni Münster im Gespräch mit dem Tageblatt nicht aus. Den Jusos gehe es darum, den Rosengarten in seiner heutigen Ausdehnung zu erhalten. Über die Zukunft des Kongresshauses müsse man extra diskutieren. (Ein Vorschlag lautet, direkt ans Kongresshaus einen Hoteltrakt in den Rosengarten zu bauen.) Unstrittig sei, dass Verbesserungen an der Ausstattung des Parks und am Palmenhaus nötig seien. Aber "man kann da Leben stattfinden lassen", sagt Münster mit Verweis auf die stets gut besuchten Klassik-Open-Airs.

Nicht begeistert sind die Jusos auch von den bislang bekannten Plänen für ein Hotel am Anger: Den "Riesenkasten" finde er auch "nicht toll", sagt Münster. Die SPD-Stadtratsfraktion habe gefordert, den Gestaltungsbeirat einzubeziehen, sich damit aber nicht durchsetzen können, macht Münster geltend. Immerhin sei lange bekannt gewesen, was der Bebauungsplan an dieser Stelle vorsieht. "Jetzt ist der Aufschrei groß. Das finde ich fast ein bisschen scheinheilig."

Zur Kommunalwahl wollen die Jusos einerseits lokal eigene Themen setzen, aber auch Oberfranken-übergreifend gemeinsame Forderungen stellen. Münster verweist hier auf Dinge wie den Öffentlichen Personen-Nahverkehr, die Stromtrassen, die 5G-Funkmasten.

Außerdem wollen die Jusos die "Erneuerung der Mutterpartei SPD" vorantreiben, wie sie erklären. "Wie man sieht, sind nicht nur neue Themen und da vor allem mehr Klimaschutz auf allen Ebenen wichtig, sondern auch Vertrauensrückgewinnung und neue Gesichter notwendig", wird Oliver Pieschel in der Mitteilung zitiert. Münster, der im Sommer 25 wird, macht deutlich, dass er mitgestalten will. Er sei in die SPD eingetreten, mit dem Ziel, aktiv zu werden und in den Stadtrat zu kommen. "Ich habe da schon Lust darauf." sb