Die Junggesellen machen "Kohle" mit dem Verkauf von Holzkohle und dem Kohlenmeilerfest, das sie organisieren. Einen Teil des Festerlöses spendeten die Junggesellen für soziale Einrichtungen oder in örtliche Bauprogramme. Doch wie kommen die Junggesellen zur Holzkohle?
Das Kohlebrennen hat eine lange Tradition in dem Ort. "In Wülfershausen gibt es 39 Bauern, worunter neun zugleich Kohlenbrenner sind. Einen vortrefflichen Gewinn ziehen die meisten Nachbarn aus der Kohlenbrennerey. Es können beyläufig 250 Wagen mit Kohlen verkauft werden, worin sie eine Summe von 2300 Gulden erlösen." Diese Dorfbeschreibung aus dem Jahre 1811 belegt, womit die Wülfershäuser in früheren Zeiten ein gutes Zubrot verdienten und ihnen wohl den Ruf als "Kouhlebrönner" einbrachte, was lange Zeit als Schimpfwort verstanden wurde.


Tradition wieder aufleben lassen

Doch das änderte sich 1979. Damals gründete sich der Junggesellenclub (JGC) und gab sich - ganz der Tradition bewusst - den Namen "Kouhlebrönner". Schon bald entstand die Idee, die Tradition des Kohlenbrennens wieder aufleben zu lassen. Hubert Mützel und Martin Heil gingen einige Tage bei August Bohn, einem hauptberuflichen Köhler in Spessart, in die Lehre. Seit 1988 demonstriert der JGC nun bereits zum elften Mal wie die "Kouhlebrönner" aus Buchenholz Holzkohle herstellen.


Geschick ist gefragt

Nach dem Aufschichten der Buchenscheite, etwa 15 bis 20 Ster, um einen Schacht herum und dem Abdecken mit Erde und Laub ist das Geschick des Köhlers gefragt.
Nach dem Anzünden muss er rund um die Uhr darauf achten, dass die Belüftung des Meilers passt. Zuviel Luft würde zum Abbrennen des Meilers führen, zu wenig Sauerstoff zum Ersticken der Glut.
Nach fünf bis sechs Tagen wartet schließlich eine Schweiß treibende Arbeit auf die Köhler und ihre Gehilfen, denn Erde und Laub müssen abgetragen, die Glut abgelöscht und auseinandergerecht werden, um vollständig abzukühlen.
Die Holzkohle kann käuflich erworben werden. Für die acht Tage ab dem 4. August haben die Junggesellen, natürlich mit Unterstützung eines Großteils der Wülfershäuser, täglich auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm zusammengestellt (siehe obenstehenden Infokasten). red