Die Besten der Schülerlotsen, die ihr Können auf Kreisebene bereits bei Wettbewerben gezeigt haben, wetteiferten am Freitag in der Adam-Riese-Halle in Bad Staffelstein um das Podest des Bezirkssiegers. Ihre Fähigkeiten mussten sie unter anderem bei einem Reaktionstest unter Beweis stellen.

Die 13 Teilnehmer stammen aus ganz Oberfranken und gehören sowohl Mittel- und Realschulen als auch Gymnasien an. Sie hatten sich bereits im Vorfeld für den Bezirksentscheid qualifiziert. In einer breit gefächerten theoretischen Prüfung mussten die Jungen und Mädchen zunächst ihr Allgemeinwissen und ihre Kenntnisse zur Verkehrserziehung beweisen: Die Hauptstädte Europas waren ebenso Thema wie die Vorfahrtsregelungen oder die Formel zur Berechnung des Bremsweges. Im Rahmen der praktischen Prüfung vor der Adam-Riese-Halle galt es sowohl Entfernungen von stehenden Autos, Lkws und Motorrädern richtig einzuschätzen als auch die richtige Geschwindigkeit eines fahrenden Testfahrzeugs. "Auch für Erwachsene keine leichte Sache", meint Walter Mackert, der Vorsitzende der Verkehrswacht Bad Staffelstein.

Reaktionsschnelle ist gefragt

Hinzu kam noch ein Reaktionstest, bei dem eine rote Warnleuchte des Testgeräts plötzlich aufleuchtete und die Schülerlotsen daraufhin dessen einen Hebel betätigen sollten. Das Ergebnis förderte Reaktionszeiten von ca. 0,3 Sekunden zutage, was die Verantwortlichen sehr erfreute. Der Eifer für die Sache ist klar: "Wir sind schon seit 2017 Schülerlotsen. Es macht einfach Spaß, den anderen zu helfen. Einmal stand ein Krankenwagen auf dem Zebrastreifen, da mussten wir die Schüler darum herum führen", verraten Sabrina und Elisabeth vom Meranier-Gymnasium Lichtenfels.

Ausschlafen ist nicht

Was braucht ein guter Schülerlotse? "Man darf kein Langschläfer sein", lacht Walter Mackert, meint das aber durchaus ernst. "Das bereitwillige frühe Aufstehen ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Die Schülerlotsen sind die Ersten an der Schule." Sie brauchen eine gute Koordinationsgabe und das Vermögen, Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Außerdem müssen sie Situationen schnell erfassen können und eine hohe soziale Kompetenz besitzen. Am Ende stand fest: Florian Uhl gewinnt den Wettbewerb und darf zusammen mit dem Zweitplatzierten, Paul Klinger (Maximilian-von-Welsch-Realschule I Kronach), zum Landesentscheid der bayerischen Schülerlotsen am 19. Juli dieses Jahres nach Augsburg fahren, um Oberfranken dort zu vertreten.

Zugleich freuen sich die drei Erstplatzierten über Gutscheine für den Waldklettergarten in Banz, alle anderen Teilnehmer erhalten dort freien Eintritt. Vertreter des bayerischen Innenministeriums, des Landkreises sowie des Staatlichen Schulamts dankten den jungen Menschen für ihr Engagement rund um die Sicherheit auf dem Schulweg. Auch die Polizeiinspektion Bad Staffelstein, das Polizeipräsidium Oberfranken, Vertreter der Landesverkehrswacht Bayern sowie die Verkehrserzieher für den Bezirk verwiesen auf die wertvolle Arbeit der Schülerlotsen: Verunglückten Mitte der Siebziger noch 35 Kinder in Deutschland auf dem Schulweg tödlich, so sei die Zahl im vergangenen Jahr auf vier gesunken - "vier zu viel", war man sich einig. Dort, wo Schülerlotsen ihren Mitschülern helfen, passierten in den letzten Jahren keine Unfälle. Deshalb gehe es darum, Werbung zu machen: "Unter den Schülern gibt es auch eine gewisse Spannung. Sie wollen bewusst in die Öffentlichkeit gehen, um die Menschen zum Umdenken zu bewegen. Sie wollen zeigen, wie wertvoll ihre Arbeit ist: nämlich denen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können", so Mackert. Lächelnd ernannte er die Lotsen zu "jungen Kollegen der Polizei".