Eigentlich gehört das bisherige Jugendhaus Neukirchen schon seit Jahresbeginn nicht mehr dem evangelisch-lutherischen Dekanatsbezirk Coburg. Der sichtbare Eigentümerwechsel zur evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern ist jetzt aber erst am vergangenen Montag sichtbar vollzogen worden. Ein Transparent mit der neuen Bezeichnung "Jugendbildungsstätte" verdeckte mühsam den noch im Außenputz angebrachten alten Namen.

Aber die neuen Zeiten sind zumindest juristisch angebrochen. "Sie wechseln den Dienstherrn, aber Sie bleiben Kirche", versicherte Dekan Andreas Kleefeld, der bislang für das Jugendhaus Neukirchen zuständig war. Kleefeld erinnerte an das Fest Mariae Lichtmess, das am vergangenen Sonntag stattgefunden hat. An Lichtmess, das den weihnachtlichen Festreigen beendet, konnten die Dienstboten ihre Dienstherren wechseln. Und so wechselte auch das Ex-Jugendhaus seinen Eigentümer und die 15-köpfige Belegschaft quasi ihren Arbeitgeber.

Das Team soll weitermachen

Entlassen werden soll keiner. Die Landeskirche, vertreten durch Kirchenrätin Andrea Heußel, baut auf die alte Mannschaft im pädagogischen Bereich, in der Hauswirtschaft und beim Facility Management. Allerdings ist es momentan noch nicht völlig klar, wie es jetzt konkret weitergeht. Es gibt zwar schon Umbaupläne, die am Montag auch angeguckt werden konnten.

Der erste Spatenstich steht aber noch in den Sternen. Erst muss noch eine Ausschreibung der Bauarbeiten erfolgen. Dann hofft man auf spannende und einigermaßen preiswerte Angebote. Wie das aber im Moment bei der Konjunkturlage im Bauwesen ausgehen könnte, ist aber ziemlich offen. Die Bauwirtschaft ist gut ausgelastet. Es wurde die Vermutung geäußert, dass die ganzen Neubau- und Umbaumaßnahmen zehn Millionen Euro kosten könnten.

Hausleiterin Anja Keyser, Kirchenrätin Heußel und Nadja Häupl vom bayerischen Landeskirchenamt in München denken an den November dieses Jahres als möglichen Baubeginn. Die Bauarbeiten könnten sich über 18 Monate erstrecken. Dann könnte die "Evangelische Jugendbildungsstätte Neukirchen" an Pfingsten 2022 eingeweiht werden und in Betrieb gehen. In der Schließzeit soll aber der reine Betrieb aufrechterhalten werden. Keyser denkt mit ihrem Team daran, Gemeinde- oder Tagungshäuser zu nutzen, zum Beispiel das Kreisjugendheim in Mönchröden.

Keyser kündigte vor dem Kuratorium der Jugendbildungsstätte an, dass das runderneuerte Haus 82 reguläre Übernachtungsplätze anbieten werde, die im Notfall auf 100 Betten erweitert werden könnten. Es sollten etwa drei Schulklassen parallel in Neukirchen unterkommen können. Neue Räume sollen durch Aufstockungen und den Ausbau des bisherigen Tiefgeschosses entstehen.

Nachhaltig soll die neue Jugendbildungsstätte auch sein und gleichzeitig schön anzusehen. Stadt und Landkreis Coburg sollen zusammen eine Förderung von einer Million Euro leisten. In die eigenen Taschen greifen auch die Gemeinde Lautertal, die Oberfrankenstiftung und der Bayerische Jugendring. "Wir wollen weiterhin gut mit diesem Schatz umgehen", versprach Kirchenrätin Heußner Dekan Kleefeld und dem Kuratorium.