Die Coburger Kneippianer trafen sich im Münchner Hofbräuhaus zu ihrer Hauptversammlung. Die heutigen Jünger des Wasserdoktors und Naturheilkundlers Sebastian Kneipp haben sich in weiten Teilen dessen gesunder Lebensführung verschrieben. Wasseranwendungen und Kneippgüsse brachten dem Pfarrer den Namen Wasserdoktor ein. Kneipp sah die Pflanzen als Heilmittel an und entdeckte unzählige Heilkräuter.
Der Kneippverein Coburg hat momentan 126 Mitglieder (84 zahlende). Einzelpersonen berappen jährlich 24 Euro, eine Familie 30 Euro und Betriebe und Einrichtungen können für einen Jahresbeitrag von 40 Euro Mitglied werden.
Mit Spenden bedacht wurden im vergangenen Jahr das Sozialkaufhaus Hartz & Herzlich, die Klinik-Clowns Coburg und der Verein Musica Mauritiana. Wie die Vorsitzende Dorothea Schaal mitteilte, unterstützten die Kneippianer die soziale Teilhabe vieler Menschen, da zum Beispiel Musica Mauritiana immer wieder kostenlose Konzerte anbiete.
Der Kneippverein betreut sowohl die Kneippanlage in Ketschendorf, die heuer seit 30 Jahren besteht, und auch das Luftbad am Eckardtsberg. Dieses wird vom Luftbadwart Michael Meißner betreut. Das Wasserbecken in Ketschendorf (Kneippanlage) konnte vom 1. Mai bis Mitte Oktober 2017 von der Öffentlichkeit mit genutzt werden. Zwar kümmert sich der Kneippverein um die Sicherheit am und im Becken. Blätter und Äste, die ins Becken fielen, müssten entsorgt werden, und auch gegen den starken Algenbewuchs muss immer wieder vorgegangen werden. Ein weiteres Ärgernis sind frei laufende Hunde und deren uneinsichtige Herrchen oder Frauchen. Diese ließen die Tiere oft einfach im Kneippbecken umhertollen, hieß es bei der Versammlung. Sie habe sich deswegen bereits mit dem Leiter des Grünflächenamtes, Bernhard Ledermann, in Verbindung gesetzt, sagte die Vorsitzende, um einen neuen Standort für das Becken zu finden. Dazu benötige es einiger Unterstützer.
Friedhold Göhring setzte sich in den vergangenen Jahren immer wieder für Wanderungen mit dem Kneippverein ein. Allerdings nahm die Beteiligung an derartigen Wanderungen immer weiter ab.
Die Mitgliederversammlung stimmte einmütig dem Antrag zu, die Yogalehrerin Erika Leis zum Ehrenmitglied zu ernennen. Erika Leis hatte sich intensiv für ihre Kneippianer eingesetzt. Wie Sebastian Kneipp war ihr wichtig, dass der Mensch zu seiner inneren Mitte findet. "Ich habe das gerne gemacht. Ich bin einfach gerne unter Leuten. Ich biete Yoga an, mit meinen 85 Jahren versuche ich, das hinzukriegen", betonte das neue Ehrenmitglied Leis.
Vorsitzende Schaal wies darauf hin, dass die Zweite Vorsitzende Susanne Fritz ihr Amt nicht weiter ausüben möchte. Für die folgenden zwei Jahre bliebe damit der Posten der Zweiten Vorsitzenden vakant. Glücklicherweise könne die Kneippbücherei noch für die folgenden zwei Jahre bei ihr verbleiben. Das Kneippbecken in Ketschendorf sei vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2018 nutzbar. Edwin Meißinger