Eckehard Kiesewetter Die Jesserndorfer wissen noch nicht so recht, ob und wie es weitergehen wird in den nächsten Jahren. "Es ist halt nicht so einfach, Anbieter herzubekommen", sagt eine Frau am Glühweinstand, "aber irgendwas werden wir bestimmt machen". Kaum vorstellbar, dass der Saisonauftakt am Freitag und Samstag vor dem ersten Advent komplett aus dem Kalender gestrichen werden könnte. Anfang kommenden Jahres wollen sich die Ortsvereine zusammensetzen und sich konkrete Gedanken machen, was im nächsten Advent passieren soll.

Jedenfalls fand der "Weihnachtsmarkt in den Haßbergen" der Soroptimist-Gruppe Bamberg Kunigunde, der dem Haßbergedorf jeweils einen sonst nicht gekannten Zulauf aus der Stadt bescherte, zum 25. und unwiderruflich letzten Mal statt. "Ist doch schön, mit einem Jubiläum aufzuhören", sagt ein Clubmitglied am Tombola-Tisch. Wer bei der Verlosung eine Niete zog, hat sein Geld nicht verschwendet, denn der Erlös kommt, wie alle Jahre, einem guten Zweck zugute. Diesmal der Initiative "Wissen macht Spaß", die Lern-, Förder- und Integrationshilfe für Mittelschulen in Bamberg und Umgebung leistet, auch in Ebern.

Inhaber treten kürzer

Den Mitgliedern des Soroptimist-Clubs geht es bei ihrem Abschied von Jesserndorf auch um die Planungssicherheit, wie die Vorsitzende Jutta Schimmelpfennig erklärt. Die Besitzer der Keramikwerkstatt samt Weingarten, Barbara Zehender und Günter Stahlhacke, wollen nämlich kürzer treten, denken altersbedingt sogar an den Verkauf des Anwesens, das Barbara Zehender immerhin seit 40 Jahren bewohnt. Etliche Interessenten am Kauf des fränkischen Dreiseithofs haben laut Günter Stahlhacke bereits angeklopft. Ab Januar sind Lokal und Laden noch freitags und samstags geöffnet.

Die Soroptimist-Schwestern wollen ab dem kommenden Jahr keinen Weihnachtsmarkt mehr bestreiten, sondern am 16. und 17. November einen Martini-Markt im Bauernmuseum Frensdorf. Dort wird der Club einen idyllischen Rahmen vorfinden, ähnlich wie in dem Fachwerk- Gehöft der Jesserndorfer Keramikwerkstatt. Man wolle das Konzept des Weihnachtsmarktes nicht einfach verpflanzen, sondern etwas Neues kreieren, kündigt die Vorsitzende an.

Abschied vom Nikolaus

Am Wochenende streifte sich Barbara Ullmann also letztmals das Bischofskostüm des Nikolaus über und Stamm-Magier Jörn Hagen gab zum Entzücken der Kinder einmal mehr den etwas tollpatschigen Zauberer, der die Tricks scheinbar verschusselt, am Ende aber doch für einige Verblüffung sorgt. Wie immer, gingen im Hof der Keramikwerkstatt die Plätzchen, Waffeln und Punsch, erlesener Käse, Schmuck, Keramik und Kunsthandwerk genauso weg, wie die warmen Bratwurstsemmeln oder der heiße Glühwein, den die Jesserndorfer Vereine am Dorfplatz beisteuerten.

Sie hatten auch wieder wunderschön gestaltete Gestecke und Kränze sowie Holzartikel im Angebot. Die Kinder nutzten mit Begeisterung das Bastelangebot, begaben sich auf Schatzsuche oder sangen mit Philipp Arnold und dessen Tochter Eva gemeinsam Weihnachtslieder.

Auch die musikalischen Einlagen der lebendigen Streicherschule und des Bläserquartetts "Brasserie" kamen bei den Besuchern prima an.