Die Bundesbildungsministerin Karliczek und Bundeskanzleramtsminister Braun sorgten mit ihren Äußerungen zum Ausbau des mobilen Internets im ländlichen Raum für Ärger und Unverständnis beim JU-Kreisvorstand Kronach. Gerade im Bereich Digitales habe Deutschland noch einiges aufzuholen, sagte JU-Kreisvorsitzender Markus Oesterlein.

Der Kronacher Landwirt und JU-Geschäftsführer Michael Müller echauffiert sich besonders über Karliczeks Aussage, dass schnelles Internet 5 G nicht an jeder Milchkanne notwendig sei: "Wer so über den ländlichen Raum redet, sollte überlegen, wem er dient und ob er für die Position geeignet ist. Gerade im Bereich der Landwirtschaft wird die Digitalisierung eine zunehmende Rolle spielen."

JU-Kreisvorstandsmitglied Tina-Christine Rüger hob hervor, dass der Freistaat Bayern hier zum Glück einen anderen Weg gehe und beispielsweise mit dem Höfebonus dafür sorge, dass die Kommunen massiv vom Freistaat unterstützt werden. "Daran sollte sich der Bund ein Beispiel nehmen!"

Kreisrat Jonas Geissler betonte die Bedeutung von 5 G für autonom fahrende Fahrzeuge. Es könne nicht sein, "dass wir als Region, in der autonomes Fahren entwickelt und getestet wird, am Ende dieses nicht auch einsetzen können".

Gerade für den ländlichen Raum sei Digitalisierung ein Schlüsselthema, erklärte JU-Schriftführerin Marie-Therese Wunder aus Nordhalben. Mit überall vorhandenem schnellen Internet spiele es keine Rolle mehr, wo man arbeitet. Dies wäre für den Landkreis Kronach mit seinen niedrigen Lebenshaltungskosten ein unglaublicher Standortvorteil. red