Kämmerer Christian Bertleff stellte im Adelsdorfer Gemeinderat am Mittwochabend seine mittelfristige Finanzplanung vor. Unter anderem fließen 2,5 Millionen Euro in die Kita-Erweiterung, weitere 162 000 Euro sind für die Skateranlage veranschlagt.

Weiter ging es dann mit einem Paukenschlag, als es um das Absegnen des Haushalts- und Stellenplans für 2019 ging, wo eigentlich alles schon in trockenen Tüchern zu sein schien. Jörg Bubel (SPD) meldete sich zu Wort und verlas eine dreiseitige Stellungnahme, in der es ihm unter anderem um den Zuwachs an Stellen im Verwaltungsbereich ging. Er verwies auf ein Gutachten von 2015, welches einen Personalzuwachs um 7,5 Stellen prognostizierte, der tatsächliche Zuwachs hingegen betrug aber 16,5 Stellen. Zudem erschien ihm der Anstieg der Schulden auf rund 17,3 Millionen Euro bis Ende 2022 als nicht akzeptabel. Auch machte er keinen Hehl daraus, dass er sich die Aktivitäten im Bereich der geplanten Investitionen im Zusammenhang mit der bevorstehenden Kommunalwahl erklären würde.

Günter Münch ist genervt

Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) hörte sich die Vorwürfe schweigend an und sagte dann: "Mir fehlen die Worte". Dann erklärte er, "der Kämmerer hat in jeder Sitzung mehrfach darauf hingewiesen, wie die Verschuldung zustande kommt." Den Stellenzuwachs begründete er mit der bald bei 9000 liegenden Einwohnerzahl. "Wir brauchen eine gute Personalausstattung. Wer eine gute Personalausstattung hat, kann gute Qualität bieten." Zu den geplanten Bauvorhaben sagte er, "Wir wollen was bauen, was richtig zukunftsträchtig ist. Für mich ist das eine Art Zukunftshaushalt."

Günter Münch (FW) nannte Bubels Vorstoß schließlich genervt "eine einzige Populismusrede". Bei der anschließenden Abstimmung verweigerte Bubel dann als einziger seine Zustimmung sowohl zur Haushaltssatzung als auch zum Haushalts- und zum Stellenplan.

"Defis" auch für die Ortsteile

Ruhe kehrte wieder ein, als es um den Antrag des Seniorenbeirates ging, der sich für die Beschaffung von Frühdefibrillatoren einsetzt, die für jeden Bürger zugänglich sein müssten. Fischkal war für diese Idee sofort Feuer und Flamme. Die Kosten je Gerät belaufen sich auf rund 1500 Euro. "Es würde Sinn machen, auch in den Ortsteilen je ein Gerät anzubringen", sagte Ortssprecher Tim Scheppe und stellte einen entsprechenden Antrag.

Fischkal erklärte, dass sowohl die Adelsdorfer Feuerwehr als auch die in Lauf einen "Defi" habe, die Aischer Wehr jedoch nicht. "Kämmerer", sagte er, "kriegen wir nicht dieses Jahr noch einen ,Defi‘ für die Feuerwehr in Aisch hin?", worauf Bertleff zustimmend nickte. Somit wurde die Anschaffung von drei Defibrillatoren genehmigt. Zudem sollen interessierte Bürger die Möglichkeit einer Schulung erhalten, damit sie im Ernstfall wissen, was zu tun ist.