Im vergangenen Sommer haben zwei Starkregen-ereignisse in Adelsdorf zu überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern geführt. Damals waren etliche Stimmen laut geworden, dass das Wasser aus dem neuen Baugebiet "Seeside" in die tiefer liegenden Gemeindeteile fließt. Seitdem wird in Adelsdorf diskutiert, ob das tatsächlich die Ursache ist, wie man solche Vorfälle künftig verhindern bzw. sich besser auf den nächsten Starkregen vorbereiten kann.

Nachdem einige Betroffene erst vor Kurzem Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) und einem Großteil des Gemeinderats Desinteresse an der Lösung ihrer Probleme und Untätigkeit vorgeworfen hatten und die Angegriffenen sich gegen diese Vorwürfe verwahrten, meldet sich nun SPD-Gemeinderat Jörg Bubel mit einer Stellungnahme zu Wort.

Der Vergleich des Bildes im Artikel "Kritik an Fischkal und die Antwort darauf" im FT vom 8. Juni mit der Aussage, dass die Erschließung des Baugebietes Seeside nicht zu einer Überlastung der Kanäle innerorts geführt hat, verführe zur Frage, ob das Wasser jetzt die Straße hoch zum Baugebiet oder vom Baugebiet runter in die Bahnhofstraße fließt. Zahlreiche Videos und Bilder von den Starkregenereignissen würden in die Bahnhofstraße ablaufendes Wasser zeigen, das die Kanäle dann nicht mehr fassen konnten.

In der Gemeinderatssitzung am 27. März sei nicht eine Maßnahme, die die Gemeinde durchgeführt hat, erläutert worden. Es sei immer nur der gleiche Vortrag vom Einbau von Rückschlagklappen, von Sandsäcken und Ähnlichem gehalten worden. Anfang Mai sei dann in die Zufahrtsstraße ins Baugebiet quer über die Straße eine Ablaufrinne eingebaut worden.

Bubel fragt: "Weshalb ist das gemacht worden, wenn doch alles vorher richtig war? Weshalb sind die Bürger und die Gemeinderäte nicht auf der Sitzung am 27. März über die geplante Maßnahme informiert worden? Weshalb sind die Bürger und Gemeinderäte bis heute nicht über die von der Gemeinde getroffenen Maßnahmen informiert worden? Weshalb wurde niemals über Probleme mit dem Wasserabfluss im Gemeinderat gesprochen?"

Eine Auflistung fehlt noch

In vielen Sitzungen sei das Warnsystem erläutert, aber über konkrete Handlungen der Gemeinde nichts berichtet worden. "Weshalb wurden die Anfrage des Gemeinderates Norbert Birkner vom Herbst letzten Jahres und mein Antrag vom April dieses Jahres nach einer Auflistung der im Zusammenhang mit den Starkregenereignissen getroffenen und geplanten Maßnahmen bis heute nicht beantwortet?", fragt Bubel weiter.

In der Stellungnahme des Bürgermeisters und der Fraktionssprecher seien nur allgemeine Aussagen getroffen worden, ohne konkret auf die Sorgen der Bürger einzugehen. Mit solchen Allgemeinplätzen könne man kein Vertrauen der Bürger gewinnen, selbst wenn einige richtige Maßnahmen durchgeführt wurden.

"Im Gegenteil, dieses Vorgehen, dieses Versteckspielen zerstört Vertrauen. Die Nichtbeachtung von kritischen Bürgern scheint in Adelsdorf allmählich zur Methode zu werden, siehe auch die Vorgehensweise bei der Beratung der Vereinsförderung", schließt der SPD-Gemeinderat. red